Weltverbesserer?

Was macht eigentlich ein Designer? Das ist eine sehr schwierig zu beantwortende Frage. Jede/r versteht darunter etwas anderes. Mal wird Designer nur als Synonym für Modedesigner benutzt, mal müsste es eigentlich Produktdesign heißen, wenn Design gesagt und geschrieben wird. Und wenn ich mich als Kommunikations- oder Grafikdesigner bezeichne, wissen Fachfremde damit auch oftmals wenig anzufangen.

Meine mir selbst gestellte Sommeraufgabe ist, meine Definition der Berufsbezeichnung »Designer« aufzuschreiben und so auch das eigene Profil zu schärfen. Gerne nehme ich dazu Anregungen und Link-Empfehlungen entgegen – per E-Mail oder über die Kommentarfunktion unten.

Eine Anregung dazu habe ich bereits; sie kommt aus Schweden. Dort hat der Designverband Svensk Form mit diesem Plakat Werbung für eine Veranstaltung gemacht. Die Übersetzung lautet:
Bist Du kreativ? Magst Du, Probleme zu lösen? Willst Du die Welt einfacher, schöner und anwenderfreundlicher machen? Du solltest Designer werden

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Neues von der KSK

Am 30. Juni 2015 fand in Hamburg eine Informationsveranstaltung zur Künstlersozialkasse statt. Arrangiert wurde die Veranstaltung von Stadtkultur Hamburg e.V., dem »Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung«, der mit dieser Veranstaltung seinen Mitgliedsverbänden die Möglichkeit verschaffte, sich über alle relevanten Fragen zur Künstlersozialkasse und -abgabe aus Sicht eines »Verwerters« zu informieren. Freundlicherweise durfte auch ich teilnehmen, obwohl ich eher Auftragnehmer als -geber bin. Aber mich interessieren auch gerade diese Aspekte, damit ich meine Auftraggeber gut über die aktuelle Rechtslage, die Pflichten und Rechte offen und ehrlich informieren kann.

Für alle, die sich nicht so mit der Künstlersozialkasse auskennen, hier kurz zusammengefasst deren Funktion: Die KSK unterstützt selbstständige Künstler und Publizisten aus vielen Berufsgruppen, indem sie den Arbeitgeberanteil für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt. Finanziert wird dieser Zuschuss durch eine Abgabe, die Künstlersozialabgabe, die jeder bezahlen muss, der einen »Künstler oder Publizisten« (gemäß der KSK-Liste) beauftragt – und zwar unabhängig davon, ob der Kreative von der KSK Zuschüsse erhält oder nicht! Hier und hier hatte ich bereits etwas zur KSK geschrieben.

Als Experte stand ein Mitarbeiter der KSK zur Verfügung, der ausgehend von seiner Powerpoint-Präsentation anekdotenreich alle wichtigen Details erläuterte und auch auf Neuerungen und Präzisierungen einging, die seit diesem Jahr gelten.

Es folgen ein paar Punkte, die ich mir notiert habe. Alle, sind natürlich ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Richtigkeit! Bitte im Zweifel immer direkt bei der KSK nachfragen und sich keinesfalls nur auf das hier publizierte verlassen!!!

  • 15.425 € verdient ein über die KSK abgesicherter Kreativer im Schnitt. Pro Jahr. Das ist verdammt wenig und macht klar, wie wichtig der Zuschuss ist.
  • Wer in den Genuss einer Unterstützung der KSK kommt, ist ganz genau im Künstlerkatalog festgelegt. Aber wie überall gibt es Grenzfälle:
    DJ? Nein. DJ, der eigene Mixe macht und diese auf »Tonträgern« veröffentlicht? Ja.
    Afrodancer? Ja. Breakdancer? Nein. Weil es bei letzterem nationale und internationale Meisterschaften gibt, ist es (nach Lesart der KSK und/oder des Bundessozialgerichts) eine Sportart und keine Kunst.
    Übersetzer? Eher ja bei Belletristik. Eher nein bei Sachtexten. Wenn aber beispielsweise die Übersetzung einer Bedienungsanleitung eine kreative sprachliche Eigenleistung nötig macht, weil sie sonst komplett unverständlich wäre: Eher ja.
  • Die versicherten Künstler und Publizisten dürfen neben ihrer Haupttätigkeit auch bis zu 5.400 € jährlich mit einer Tätigkeit verdienen, die nicht-künstlerisch im Sinne der KSK ist.
  • Wenn bei einem Betriebsfest Herbert Grönemeyer für eine Millionengage auftritt, ist die Künstlersozialabgabe zu zahlen. Wenn auf diesem Fest aber nur Mitarbeiter und deren Familien anwesend sind und niemand externes, ist keine Abgabe zu zahlen.
  • Bislang musste die KSK-Abgabe nicht gezahlt werden, wenn es zu »gelegentlichen Auftragserteilungen« kam. »Gelegentlich« ist ziemliche Auslegungssache, so dass dieser Punkt jetzt präzisiert wurde: Ab 450,- € im Jahr ist unabhängig von der Häufigkeit die Abgabe zu entrichten.
  • Stehen in den Rechnungen der Kreativen Posten für Druck oder Programmierung, gehören diese nicht zu den Kosten, auf die die Abgabe zu entrichten ist. Zu zahlen ist für die kreative Arbeit und die Nebenkosten. Druck- oder Programmierungskosten sind laut Aussage des KSK-Vertreters keine Nebenkosten.
  • Irrelevant für die KSK ist, ob der Kreative mit dem vollen (19%) oder dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz (7%) rechnet.
  • Genauso ist es der KSK egal, ob der Kreative ein Gewerbe angemeldet hat oder nicht.

Gerade zu den letzten beiden Punkten haben ich immer wieder anderes gehört, so dass ich sehr froh war, dass bei der Veranstaltung ein Mitarbeiter der KSK dies klargestellt hat.

Erhellend, was den bürokratischen Wahnsinn angeht, war auch diese Anekdote: Tritt ein Schauspieler in einem TV-Werbespot auf: Abgabepflicht auf das Honorar. Derselbe Schauspieler in der zur selben Kampagne gehörenden Print-Anzeige: Keine Abgabepflicht.


Sollte ich bei der Veranstaltung etwas falsch verstanden haben oder Sie etwas ergänzen wollen, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben.

 

PUBKON 2015

CDXVMbTWAAE2gxDVom 23. bis 25. April fand in Köln die PUBKON 2015 statt – die InDesign- und Publishing-Konferenz im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit meinen fantastischen Kollegen Stephan Mitteldorf und Anselm Hannemann habe ich die Veranstaltung mit insgesamt über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, drei Workshops und mehr als zwei Dutzend Rednern und Vorträgen organisiert.

Mein Arbeitsschwerpunkt im Team war vor allem die externe Kommunikation: Die Texte für die Website, Konzeption und Text für alle Newsletter stammen genauso von mir wie die allermeisten Postings bei Facebook und Twitter. Und auch während der Konferenz hörte diese Arbeit nicht auf: Kontinuierlich habe ich die Social-Media-Kanäle der PUBKON 2015 mit Text und Bild versorgt. Und auch jetzt, nach dem Event, geht diese Arbeit natürlich noch weiter.

Planen, organisieren, vernetzen, mitdenken. Kann ich.
Social-Media-Kommunikation auch.
Und Kommunikationsdesign sowieso.

Das Foto hat Klaas Posselt gemacht.

Theorie und Praxis »Designschutz«

Am 12. Februar 2015 fand in der Handelskammer Hamburg eine Veranstaltung zum Thema »Designschutz« statt, die den Teilnehmenden sehr informativ einen Überblick verschaffte, welche Möglichkeiten es gibt, ein Design zu schützen. Im Mittelpunkt stand dabei das Produkt- oder auch Industriedesign.

HandelskammerBei der kurzen Einführung durch Dr. Wulf-Erich Damrau von der Handelskammer wurde u.a. auf die Recherche-Möglichkeiten hingewiesen, die das »Innovations- und Patent-Centrum« (IPC) der Handelskammer bietet.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Möller von ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU erläuterte zunächst die vier Säulen des Designschutzes, als da wären: Urheberrecht, Designrecht (bis 2013 noch als Geschmacksmusterrecht bekannt), Wettbewerbsrecht und Markenrecht. Dabei wurde natürlich auch das BGH-Urteil von Ende 2013 erwähnt, durch das ganz neu auch »angewandte Kunst« (im Gegensatz zur »freien Kunst«) nur relativ niedrige Hürden zu überwinden hat, um Urheberrechtsschutz zu genießen. Die deutschen Designerverbände haben das BGH-Urteil begrüßt, ohne zugleich auf die Probleme hinzuweisen, die damit einhergehen: Wenn ein Design schneller urheberrechtlichen Schutz genießt, heißt das auch, dass das Urheberrecht anderer, ähnlicher Designs viel schneller verletzt wird (Mehr dazu u.a. hier).

Wichtigster Teil in diesem Vortrag war für mich der Teil »Schutzstrategien«. Ralf Möller gab Empfehlungen, wie man vorgehen sollte, um ein Design zu schützen (Stichworte Anmeldung as EU-Design, Eintragung als Gemeinschaftsmarke), aber auch, wie man gegen Nachahmer vorgehen kann (Recherche, Nichtigkeitsantrag, Grenzbeschlagnahmeantrag, ebay-VERI-Programm). Erwähnenswert ist dabei, dass die Behörden eingereichte Designs nicht prüfen (können), eine Anmeldung also nicht bedeutet, dass man mit seinem Design auf der sicheren Seite ist (etwas anders sieht es bei der Anmeldung einer Marke aus, aber das zu erläutern, würde hier zu weit führen).

Nach diesem zwar mit jede Menge Beispielen garnierten, aber dennoch theoretischen Vortrag kam dann der Abgleich mit der Realität. Eric Pfromm von den BFGF DESIGN STUDIOS berichtete aus seiner Praxis. Für die Vereinbarungen mit den Auftraggebern (u.a. Vertraulichkeitsvereinbarung, Kostenvoranschlag, AGB, Verträge, Nutzungsvergütung) gibt es natürlich Vorlagen, die aber für jeden Auftrag angepasst werden müssen. Viel (Vor-)Arbeit, die aber sehr sinnvoll ist, auch wenn es keinen Spaß macht. Es lohnt sich also, als (Produkt-)Designer von Anfang an einen Rechtsanwalt im Team zu haben.

Was mich sehr gefreut hat, war die Offenheit, mit der Eric Pfromm aus seinem Berufsalltag erzählte. Im Abgleich mit den Aussagen von Ralf Möller zeigte sich, dass Theorie und Praxis dann doch oftmals zwei paar Schuhe sind.

Grafikdesign war bei dieser Veranstaltung neben Produktdesign nur ein Randthema. Am 24. Februar geht es bei einer weiteren Veranstaltung der Handelskammer um »Markenschutz«. Dort soll auch das IPC näher vorgestellt werden.

Anmerkung: Die Anregung für diese Veranstaltung ging ursprünglich von mir aus und wurde dann von Dr. Ernest Mitschke vom IPC weiter entwickelt.

Anmerkung 2: Ich bin kein Rechtsanwalt. Darum sind alle hier gemachten Aussagen natürlich nicht rechtsverbindlich. Und falls ich etwas falsch beschrieben habe, freue ich mich über Korrekturen.

Som morgondagens formgivare…

„Som morgondagens formgivare måste du inte kunna alt men du måste arbeta nära programmeraren och it-avdelningen. Det går inte att sitta på olika våningsplan eller, till och med, på olika geografiska platser. Som formgivare måste vi integrera oss mer med helt andra funktioner än vad vi är vana vid att ha med i våra arbetsgrupper. Jag är helt övertygad om att vi måste arbeta mer som projektledare och driva designen framåt.“

Carina Nilsson, chefredaktör hos CAP & Design

Zukünftig musst Du als Gestalter nicht alles kennen, aber Du musst nah bei den Programmierern und der IT-Abteilung arbeiten. Es geht nicht, in unterschiedlichen Stockwerken oder, noch schlimmer, an unterschiedlichen Orten zu sitzen. Als Gestalter müssen wir uns stärker integrieren, mit ganz anderen Funktionen als jenen, die wir bislang bei der Zusammenarbeit gewohnt sind. Ich bin voll und ganz überzeugt davon, dass wir mehr als Projektmanager arbeiten und so das Design nach vorne bringen müssen.

Carina Nilsson, Chefredakteurin bei CAP & Design,
der größten Designzeitschrift Nordeuropas

Übersetzung von mir.

»die« InDesign- und Publishing-Konferenz

PUBKON_OhneJahrEnde April findet in Köln die PUBKON 2015 statt, die größte InDesign- und Publishing-Konferenz in Deutschland. An zwei Tagen (24./25. April 2015) kommen Firmenvertreter, Referenten und Anwender aus der Publishing-Welt zusammen zum Weiterbilden und Netzwerken. Einen Tag vorher (23. April 2015) finden noch zwei Intensiv-Workshops statt.

Die PUBKON gibt es schon seit 2012; für 2015 bin ich zum ersten Mal im Orga-Team mit dabei. In Zusammenarbeit mit meinen Kollegen aus Dresden und München eine Veranstaltung in Köln auf die Beine zu stellen, ist schon eine gewisse Herausforderung, klappt aber bislang sehr gut.

Meine Hauptaufgabe im PUBKON-Team ist das Schreiben sämtlicher Texte: Website, Newsletter, Social Media, Sponsorenakquise-Unterlagen und vieles mehr – (fast) alles stammt aus meiner »Feder«. Für mich als MItdenker und Grafikdesigner ist das Texten zwar nicht meine Kernkompetenz, gelingt mir aber doch – nach Aussage der Kollegen – ganz gut. Und vor allem macht es mir viel Freude.

Wenn Sie Fragen zu PUBKON haben – ob als möglicher Teilnehmer oder Sponsor –, kontaktieren Sie mich gerne. 

Buchvorstellung »Geschäftskultur Schweden kompakt«

In Schweden läuft einiges anders, das ist mir erst gerade wieder bei meiner letzten Reise dorthin aufgefallen: Wohnungen werden niemals mit Straßenschuhen betreten, alle duzen sich und Geschäfte, vor allem Supermärkte, haben selbstverständlich sonntags geöffnet.

Unterschiede gibt es aber auch im geschäftlichen Umgang miteinander. Uta Schulz beschäftigt sich als Trainerin für »Interkulturelles Management« schon seit vielen Jahren mit den Problemen, die daraus resultieren und berät Firmen, diese Stolpersteine für eine erfolgreiche Zusmmenarbeit zwischen deutschen und schwedischen (aber auch anderen skandinavischen) Firmen oder innerhalb eines multinationalen Konzerns auszuräumen.

Ihr diesbezügliches Wissen hat Uta Schulz nun in einem Buch zusammengefasst: »Geschäftskultur Schweden kompakt« erläutert in zehn Kapiteln Denk- und Handlungsmuster, die der schwedischen Wirtschaft und Gesellschaft zugrunde liegen.

Es geht los mit grundsätzlichen Einblicken in die schwedische Geschäftswelt; darauf folgen Kapitel zu Kontaktaufnahme, Kommunikation, Meetings, Verhandlungen, Zusammenarbeit, Führung und After Work, ergänzt um Wissenswertes und Literaturangaben. Jedes Kapitel ist gut strukturiert und endet mit einer Zusammenfassung.

Man erfährt zum Beispiel, dass die Jahreszeit wichtig für eine Geschäftsanbahnung ist, dass im schwedischen Wirtschaftsleben der Mensch und nicht Zahlen, Daten, Fakten im Mittelpunkt stehen, Kompromisse sehr positiv und nicht als kleinster gemeinsamer Nenner angesehen werden und omtanke die Basis von allem ist: »Omtanke ist eine (…) schwedische Wertvorstellung, die sich durch die gesamte Gesellschaft zieht und das menschliche Miteinander, auch am Arbeitsplatz, prägt.« (Seite 18)

Wer einmal in Schweden war und genau hinsieht, wird feststellen, dass Design dort einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland besitzt. Gutes Design von beispielsweise Produkten, Logos, aber auch von Abläufen (Stichwort UX) ist viel selbstverständlicher als bei uns. Und so erkennt Uta Schulz auch richtig: »Design ist in Schweden ein Verkaufsargument.« (Seite 24)

Kleiner Exkurs: Auch der schwedische Staat hat die Wichtigkeit von Design schon lange erkannt, und so gab es beispielsweise vor einigen Jahren sogar ein »Designjahr«, in dem eine Vielzahl von spannenden Veranstaltungen und interessanten Ausstellungen, die die Bedeutung von Design für alle Lebensbereiche hervorhoben. Leider ist so etwas in Deutschland unvorstellbar.

Das Buch steckt voller weiterer wichtiger Ratschläge für einen geschäftlichen Erfolg in Schweden: An Pausen (»fika«) denken. Bescheidenheit zeigen. Im Konsens diskutieren. Work-Life-Balance beachten. Eishockey statt Fußball. Noch anschaulicher wird das Buch durch die vielen Beispiele, die Uta Schulz aus ihrem Arbeitsalltag (natürlich anonymisiert) erzählt.

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Auch wenn es auf Deutsch geschrieben ist, hatte ich immer das Gefühl, etwas Schwedisches zu lesen: Die Lockerheit der Sprache und die Satzlängen erinnern stark ans Schwedische.

Im Web gibt es ergänzend zu dem Buch auch weitergehende Informationen, Aktualisierungen und Videos, zu denen man über Verweise im Text gelangt man. Eine gute Sache, leider funktionieren die Links direkt aus dem PDF, das ich zur Verfügung gestellt bekommen habe*, nicht. Aber das wird sicher im späteren E-Book anders sein.

Etwas unvermittelt hört das Buch nach dem Kapitel »Wissenswertes« auf. Ich hätte da noch ein Fazit, eine Zusammenfassung, ein Schlusswort oder ähnliches erwartet. Im Anschluss folgt noch ein sehr detailliertes Stichwortverzeichnis, das den ohnehin hohen Nutzwert des Buches nochmal erhöht.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, und das nicht nur für diejenigen, die Geschäftskontakte nach Schweden haben oder suchen. Denn die »schwedische Art« zu arbeiten, die in dem Buch beschrieben wird, bietet auch wertvolle Ansätze, die das Wirtschaftsleben hierzulande nach vorne bringen würden. (Vielleicht eine Idee für ein weiteres Buch? „Die schwedische Art – Was die deutsche Wirtschaft von Schweden lernen kann“ :-)

 

Uta Schulz
Geschäftskultur Schweden kompakt
Conbook-Verlag
ISBN 978-3-943176-65-0
11,95 €
Veröffentlichungstermin: September 2014

Anmerkung: Ich erhielt die PDF-Version des Buches für diese Rezension vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin kostenlos zur Verfügung gestellt.

Neues zur KSK

Letztes Jahr habe ich in einem ausführlichen Blog-Beitrag die Funktion der Künstlersozialkasse und den Künstlersozialbeitrag erläutert. Seitdem gab es eine Bundestagswahl mit einigem Getöse im Wahlkampf und nun – für mich überraschend schnell – einen Gesetzentwurf des zuständigen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, mit dem die Künstlersozialkasse „zukunftsfest“ werden soll.

Das Gesetz sieht vor, dass zukünftig intensiver geprüft wird, so dass sich weniger Abgabepflichtige ihrer gesetzlichen Pflicht entziehen können. Die Überprüfung soll mindestens alle vier Jahre durch die Rentenversicherung erfolgen, die auch bisher für die Kontrolle zuständig war, dies aber wegen des zusätzlichen Aufwands nur ungenügend machte. Die Folge davon waren sinkende Einnahmen, die Notwendigkeit eines höheren Zuschusses durch den Staat und große Unzufriedenheit bei den ehrlichen Zahlern, da deren Beitrag auf zuletzt 5,2 % des Nettorechnungsbetrags stieg.

Gleichzeitig bekäme bei Verabschiedung des Gesetzes auch die Künstlersozialkasse selbst das Recht, Überprüfungen durchzuführen. Ob dieses Nebeneinander in der Praxis funktioniert, darf bezweifelt werden und erfordert als erstes zusätzlichen bürokratischen Aufwand, damit zwischen Rentenversicherung und Künstlersozialkasse klar ist, wer denn nun wen wann prüfen darf/muss.

Die Regierung sieht das auch so und und erwartet Mehrkosten von 13,6 Mio €. Allerdings spricht sie von einem „Effizienzgewinn“ durch die Neuregelung und prognostiziert Mehreinnahmen von 32 Mio €.

Knapp 18 Mio € (32 minus 14) sollen dementsprechend also durch das neue Gesetz zusätzlich an die Künstlersozialkasse fließen (Das Magazin Monopol schreibt von 20 Mio € – ich rechne lieber mit den Zahlen der Bundesregierung). Das würde – wenn ich mich nicht verrechnet habe* – bei dem aktuellen Haushalt der KSK dazu führen, dass der Abgabesatz auf 4,8 % gesenkt werden kann. Der Haushalt der KSK für 2013 hat ein Volumen von 893 Mio €. Da bedeuten 20 Mio € Mehreinnahmen gerade mal 2,2 %! Meine Einschätzung: „Zukunftsfest“, wie die Regierung ihren Gesetzesentwurf nennt, ist das meiner Ansicht nach nicht. Zur Erinnerung: Noch 2013 lag der Abgabesatz bei 4,1 %.

Stellungnahmen der Kultur- und Kreativverbände zu dem Gesetzentwurf habe ich bislang mit einer Ausnahme nicht gefunden, lediglich eine knappe Pressemitteilung des „Deutschen Kulturrats“, die den Gesetzentwurf begrüßt. Was ich immer noch vermisse, ist eine eigene Berechnung der Experten, wie sich durch die Mehreinnahmen der Abgabesatz verändern würde. 

Den Text des Gesetzentwurfes können Sie hier als PDF nachlesen: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Gesetze/KSAStabG-2014.pdf

Mich beeindruckt/irritiert/schockiert dabei vor allem auf Seite 2 der Punkt C. Ganz in der Merkel’schen Diktion von der „alternativlosen Politik“ gibt es laut Bundesministerium zu diesem Gesetz (natürlich) keine Alternativen:

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* Wer besser rechnen kann, darf mich gerne korrigieren. Die Allianz deutscher Designer prognostiziert auf Anfrage den Satz auf 4,5 % – natürlich aufgrund der vorliegenden Zahlen, von denen die Realität vermutlich abweichen wird.

Dieser Text wurde leicht aktualisiert am 23. Juni 2014.

Spam

In letzter Zeit häufen sich Probleme, bei denen E-Mails, die an meine Büro-E-Mail-Adresse geschickt werden, als unzustellbar zurück kommen. Wie ich nach einiger Recherche heraus gefunden habe, ist der Sachverhalt wohl folgendermaßen*:

Erst mal etwas Theorie: Im Internet wird jedem Computer eine sogenannte IP-Nummer zugewiesen, beispielsweise 126.182.89.12. Da es aber viel mehr Internet-Teilnehmer gibt als durch die Kombination von vier Zahlen reproduzierbare IP-Nummern, werden von den Internet-Providern (wie Telekom, O2, KabelDeutschland usw.) mehrere Kundenzugänge zusammen gefasst und mehrere Kunden des Providers schreiben E-Mails und surfen im WWW mit der selben IP (und nur intern beim Provider werden die dann auseinander gebröselt).

Nun kann es passieren, dass ein anderer Kunde Ihres Providers absichtlich oder auch unwissentlich (wenn sein Account gehackt wurde) Spam-Mails verschickt, und das dann über die gleiche IP, die auch Ihnen zugewiesen wurde. Wird das von einem der vielen Spam-Blocker-Dienste erkannt, wird die ganze IP gesperrt, und damit leider auch Ihre E-Mail für unzustellbar erklärt.

Offenbar ist »Spamcop« – die Firma, mit der mein Provider für klute.se zusammen arbeitet – besonders gründlich und entdeckt viele solcher Fälle.

Was ist zu tun?

1. Melden Sie Ihrem Provider, dass Ihre E-Mail geblockt wurde und senden Sie die entsprechende Meldung von Spamcop (oder anderen Spam-Blockierern, von denen Sie eine Nachricht erhalten) an die entsprechende Hotline Ihres Providers. Jeder Provider hat leider unterschiedlich lange Reaktionszeiten, bis das Problem gelöst ist.**

2. Rufen Sie mich an und ich nenne Ihnen dann eine Ersatz-E-Mail-Adresse, an die Sie Ihre E-Mail schicken können, bis das Problem behoben ist.

* Falls meine Erläuterungen technisch unsauber sind, bitte ich um Nachsicht. Meine Kernkompetenzen liegen dann doch woanders.

** Wie ich von O2 erfuhr, kann dort auch helfen, den eigenen Internet-Router für 10 Minuten vom Netz zu nehmen. Danach weist O2 Ihnen automatisch eine neue IP zu, die dann (hoffentlich) kein »Bösewicht« mitbenutzt. Ob dieser Trick auch bei anderen Internet-Providern funktioniert, kann ich nicht sagen.

Handlungsbedarf

Der Zugriff auf Websites von Tablets und Smartphones nimmt rasant zu. Allerdings sind die wenigsten Webangebote dafür auch bereits optimiert; viele Seiten werden zu klein, fehlerhaft oder auch gar nicht dargestellt . Es besteht oftmals Handlungsbedarf. Als Lösungen bieten sich an:

– Eine eigene App, die auf dem Smartphone oder Tablet installiert wird

– Erweiterung der Website um eine „mobile“ Variante (erkennt man oftmals an der veränderten URL m.domainname.com oder mobil.domainname.com)

– Responsive Website, die erkennt, auf welchem Endgerät die Inhalte betrachtet werden und die Anzeige der Inhalte entsprechend anpasst

Alle drei Lösungen bieten Vor– und Nachteile, die die Berliner Agentur Creative Construction in einer Grafik sehr gut zusammen gefasst hat:

Responsive Website vs. Mobile Site vs. Native App