Mit Profis arbeiten

Eine liebe Kollegin erzählte bei Facebook von einem Angebot, einen Reiseführer zu schreiben – für 1.200 Euro. Ein lächerliches Honorar, wenn man den Aufwand bedenkt – und außerdem zeugt es von mangelnder, besser: gar keiner Wertschätzung für die Arbeit als Autorin, Fotografin etc. Meinen Kommentar dort wiederhole ich hier – leicht abgewandelt – gerne:

Schließt Euch einem Berufsverband an, zum Beispiel der ILLUSTRATOREN ORGANISATION oder Freischreiber oder dem BDG Berufsverband der deutschen Kommunikationsdesigner e.V. Natürlich kostet das etwas, und eine geldwerte Gegenleistung ist vielleicht nicht sofort sichtbar. Aber das Geld ist gut investiert:

Mit mehr und mehr Mitgliedern werden die Verbände stark genug, um bei den potenziellen Auftraggebern aus Wirtschaft und Politik ein Umdenken bezüglich der Wertschätzung von kreativen Leistungen zu bewirken. Nur gemeinsam (im doppelten Sinne: gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, aber auch gemeinsam mit den Auftraggebern) kann man etwas gegen Preisdumping und für mehr Wertschätzung erreichen!

Und an mögliche Auftraggeber gerichtet: Arbeiten Sie mit Profis. Die erkennt man unter anderem daran, dass sie Mitglied in einem Berufsverband sind.

Und daran, dass sie viele Fragen stellen. Auf Augenhöhe kommunizieren. Solide kalkulieren.

Rezension »Adobe Illustrator CC – Das umfassende Handbuch«

Bis gerade eben noch dachte ich, mein Kenntnisstand in Adobe Illustrator sei »fortgeschritten«. Nun muss ich mich wohl zurückstufen auf »Anfänger«. Denn ich habe »Adobe Illustrator CC – Das umfassende Handbuch« von Monika Gause, erschienen im Rheinwerk Verlag, gelesen.

Die Software Illustrator ist meine erste Wahl, wenn es um das Erstellen von Logos geht – also dem zentralen Bestandteil jedes Corporate Designs. Dementsprechend arbeite ich viel damit. Mindestens seit Version 5.5 von 1994 habe ich die Software im Einsatz (eine Installations-CD von damals habe ich noch archiviert); ich nutze es also schon länger als InDesign. Und diese langjährige Nutzung hat mich zu der Fehleinschätzung gebracht, ich wüsste einigermaßen Bescheid über Illustrator.

Auf mehr als 800 Seiten zeigt Monika Gause in ihrem Buch wirklich alles, was mit Adobes Flaggschiff für die vektorbasierte Arbeit machbar ist. Dies fängt mit den Grundlagen, den Werkzeugen und mit einfachen geometrischen Formen dann, um dann später bei Spezial-Effekten, bei Diagrammen, 3D und mehr zu enden. Austausch mit anderen Programmen und Weiterverarbeitung kommen natürlich genauso zur Sprache wie nützliche Plugins. Bei den Themen »Transparenzen und Masken« und »Symbole« merkte ich leider sehr schnell, dass ich noch viel zu lernen habe… Da aber jedes Thema in diesem Buch umfassend und ausführlich behandelt wird, kann ich auch diese Wissenslücke schnell schließen.

Ihr sehr sympathisches Faible für Zebras kann Monika Gause nicht verbergen. :-) Sie tauchen an vielen Stellen und in vielen Formen auf. Darüber hinaus gibt es aber auch viele andere Beispiele, die die Arbeitsweise der vielen Funktionen erläutern. Sehr gut finde ich, dass diese Beispielgrafiken meist sehr einfach gehalten sind, so dass Zeichen-/Illustrationsanfänger nicht gleich abgeschreckt werden, weil sie ansonsten vielleicht denken, dass sie so tolle Resultate niemals selber hinbekämen.

Das Buch eignet sich hervorragend zum Erlernen der Software. Nicht nur, weil alle Funktionen detailliert und eben für Anfänger beschrieben werden, sondern auch, weil es eine Reihe von Beispieldateien und -lektionen zum ergänzenden Download gibt. Auch eine Vielzahl von Checklisten helfen, das Gelernte zu behalten.

Das Buch eignet sich aber auch hervorragend als Nachschlagewerk. Für nur 5 € extra kann man die elektronische Version des Buches erwerben. Das nutze ich gerne, denn für schnelles Nachschlagen möchte ich nicht meinen Arbeitsplatz verlassen müssen, um zum Bücherregal zu gehen – zumal ich oft auch direkt vor Ort bei Auftraggebern, in Coworking-Spaces oder vielleicht auch mal irgendwo am Strand arbeite.

Kritik? Nur ganz wenig: Der Abschnitt zu »Austausch zwischen InDesign und Illustrator« ist mir zu kurz geraten. Und: InDesign (und auch Photoshop) finden sich nicht als Begriffe im Index.

Ein dickes Lob möchte ich auch für Herstellung, Layout und Satz aussprechen! Auch wenn Unmengen von Beispielen im Text und in den Marginalien vorkommen, bleibt alles übersichtlich und gut les- und erlernbar.

Mein Fazit: Jeder Grafikdesigner, jede Grafikdesignerin, jede Illustratorin und jeder Illustrator sollte dieses Buch nutzen und kann daraus großen Nutzen ziehen – egal ob Anfänger, fortgeschritten oder Profi.


Monika Gause:
Adobe Illustrator CC – Das umfassende Handbuch
ISBN 978-3-8362-4505-0
als Buch 59,90 €, als E-Book 54,90 €, zusammen 64,90 €
Hier gehts zur Verlagsseite, bei der auch die E-Book-Version geordert werden kann.


Hinweis: Das Buch bekam ich vom Verlag für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

Beleg

Wann ist Design eigentlich gut?

Norbert Möller ist »Executive Creative Director« bei der Peter Schmidt Group und nebenbei Kolumnist für das Branchenblatt w&v. In seiner Kolumne vom 11. April 2017 fragt er »Wann ist Design eigentlich gut?«:

Wir Designer müssen akzeptieren, dass Ästhetik alleine kein sicherer Bewertungsmaßstab für „gutes Design“ ist.

Eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich nicht erwähnt werden muss. Natürlich geht es bei (Kommunikations-)Design nicht nur um Geschmack und Ästhetik. Das Design hat eine Aufgabe zu erfüllen und muss ein vorher definiertes Ziel erreichen. Wenn ich von meinen Auftraggebern »Das gefällt mir nicht« höre, dann antworte ich, dass das weitestgehend egal ist:

Erstens muss das Design nicht den Auftraggeber, sondern die Zielgruppe ansprechen (Wurm, Angler und Fisch – Sie wissen schon…) und zweitens kann etwas auch ästhetisch komplett missfallen (auch der Zielgruppe), wenn es denn seinen Zweck erfüllt (Denken Sie beispielsweise an die Seitenbacher-Radiowerbung).

Interessant finde ich Möllers Kolumne auch noch aufgrund eines anderes Aspekts:

Wir [Designer] brauchen zusätzliche objektive Kriterien, um Kunden überzeugen zu können und ihnen die Entscheidung für einen neuen, im ersten Schritt ungewohnten, Entwurf zu erleichtern. (…) Noch besser, wenn man (…) belegt, dass das neue Design Geld spart – oder auch: dass wir Designer dem Unternehmen damit so viel Geld einsparen, dass es uns davon bezahlen kann.

Auch ich vermittle meinen Kunden (besser: Auftraggebern), dass meine Arbeit ihnen einen Mehrwert bietet und damit eine lohnende Investition darstellt. Aber belegen? Das stelle ich mir schwierig vor. Vermutlich sind die Auftraggeber und die Aufträge der Peter Schmidt Group und von Klute Kommunikation nicht vergleichbar. Um belegen zu können, dass meine Arbeit Geld einspart, fehlen mir zumindest die betriebswirtschaftlichen Einblicke in die Kostenstrukturen meiner Auftraggeber.

Einsparungsmöglichkeiten aufzeigen geht sicherlich, diese zu belegen meiner Meinung nach nicht.*

Wir müssen für uns akzeptieren, dass unsere Arbeit nicht bei der Gestaltung aufhört, sondern dass wir uns fundiert damit auseinandersetzen müssen, wie Marken organisiert sind und wie sie Design anwenden.

Das möchte ich gerne ergänzen: Und die Auftraggeber müssen überzeugt werden, dass sie Designer nicht erst am Ende eines Prozesses zum »hübsch machen« hinzu ziehen dürfen, sondern dass sie frühzeitig eingebunden werden sollten, um den maximalen Mehrwert – was auch Einsparungen sein können – zu erzielen.

Dementsprechend antworte ich auf die Aussage »Ich brauche einen Flyer« meist: »Nein. Sie brauchen keinen Flyer. Sie haben ein Ziel, dass Sie erreichen wollen. Lassen Sie uns gemeinsam sehen, ob ein Flyer oder vielleicht etwas ganz anderes der beste Weg ist, dieses Ziel zu erreichen.«


*  Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen!

Rezension »Reinzeichung und Druckvorstufe mit InDesign«

reinzeichnung-druckvorstufe-indesign-buch-titel-763x1024Vor einiger Zeit wurde ich von einer Kollegin gefragt, was denn alles bei der Reinzeichnung zu beachten sei und ob ich irgendwelche Checklisten hätte. Leider konnte ich ihr nicht weiterhelfen, da diese Checkliste zwar existiert, aber nicht schriftlich, sondern sich in über 20 Jahren in meinem Kopf angesammelt hat. Mit dem Buch »Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign« ist das jetzt anders.

Als ich das Buch von Michael Neuhauser in die Hand bekam, fragte ich mich: »200 Seiten über Reinzeichnung?« Nach der Lektüre kann ich sagen, dass jede einzelne Seite des Buches richtig und wichtig ist.

Reinzeichnung beinhaltet alle Schritte, um ein Design fehlerfrei für den Druck aufzubereiten. Sinnvoll ist es, sich schon zu Beginn des Gestaltungsprozesses ein paar Gedanken zu machen. Und ganz wichtig ist es, von Anfang an mit den richtigen Farbeinstellungen zu arbeiten.

Neuhausers Buch beginnt genau damit und stellt entsprechende Dateien und Links zur Verfügung. Er empfiehlt und beschreibt ausführlich Grundeinstellungen für InDesign, aber auch Photoshop und Acrobat – die zusammen mit Illustrator das Grundgerüst jedes Kommunikationsdesigners sind (für jede Software gibt es natürlich Alternativen, diese hier – alle aus dem Hause Adobe – sind momentan marktbeherrschend).

Das Kapitel »Technische Grundlagen« gliedert sich in 18 Unterkapitel zu Dokument, Schriften, Verknüpfungen, Farbprofile, RGB-Bilder, CMYK-Bilder, Graustufen-Bilder, Vektorgrafiken, Farbfelder, Linien, Überdrucken und Aussparen, Separationsvorschau, Reduzierungsvorschau für Transparenzen, Rand und Beschnitt, Verborgene Elemente, Überfüllung und Unterfüllung (Trapping), Nur im Notfall: Schriften in Pfade umwandeln, Kontrolle mit Preflight. Ein extra Kapitel befasst sich dann auch noch mit »technischen Spezialfällen«. Schon durchs Inhaltsverzeichnis wird deutlich, wie detailliert sich Neuhauser mit der Materie beschäftigt hat.

Überrascht hat mich die Aussage, dass »einige Workflows (…) inzwischen nur noch mit RGB-Bilddaten [arbeiten] und (…) diese erst beim PDF-Export in das passende CMYK-Farbprofil [konvertieren]« (Seite 51). Genau diesen Workflow erlebe ich als Standard und hätte ihn daher entsprechend ausführlich beschrieben. Hier fehlt mir allerdings die statistische Grundlage, um zu klären, ob es wirklich nur »einige« oder die Mehrheit so wie ich machen.

Viel Raum nimmt zu Recht auch das Kapitel »Typografie« ein. Zu zwei Punkten möchte ich etwas anmerken: So empfiehlt Neuhauser auf Seite 129 »Shift + Enter«, um einen Zeilenumbruch innerhalb eines Absatzes zu erzwingen. Ich füge hier lieber vor dem Wort »Cmd + Shift + Minus« (= »Bedingter Trennstrich«, der dazu führt, dass das nachfolgende Wort nicht getrennt wird) ein, da das weniger Auswirkungen auf den Textumfluss hat, falls der Text sich doch noch einmal verändert, oder – was heutzutage auch immer häufiger vorkommt – neben der gedruckten Version noch ein E-Book produziert werden soll.

Zum Aufräumen der vom Kunden gelieferten Texte hat Neuhauser eine Reihe von GREP-Abfragen entwickelt (ab Seite 132), die man je nach Bedarf auf den Text anwenden kann. Damit werden nicht nur doppelte Leerzeichen beseitigt, sondern können auch falsche „Anführungszeichen“ (richtig: „Anführungszeichen“ oder »Anführungszeichen«) korrigiert, richtige Trennstriche eingesetzt werden und vieles mehr. Da dies ganz am Anfang des Designauftrags geschehen sollte, nämlich wenn der Text ins Layout fließt, hätte ich mir gewünscht, dass auch weiter vorne im Buch darauf deutlich hingewiesen wird. Und mir fehlt ein Hinweis, dass es auch Skripte gibt, die das Aufräumen erledigen können (»FindChangeByList« zum Beispiel) – wenn auch nicht so detailliert.

Im letzten Kapitel geht es dann um das Druck-PDF. In der ersten Auflage des Buches wurde hier noch PDF-X/3 empfohlen, was richtigerweise in der mir vorliegenden 2. Auflage korrigiert wurde: Je nach Anforderung sind PDF-X/1 oder PDF/X-4 zu empfehlen.

Abschließend präsentiert das Buch noch 6 hilfreiche Checklisten, die Käufern des Buches auch als Download zur Verfügung stehen, und einen ausführlichen Index.

Für alle, die die erste Auflage des Buches gekauft haben, sei das kostenlose Update empfohlen, das man sich auf der Website des Autors (Link) runterladen kann.

Noch zwei kleine Optimierungs-Wünsche (die aber die eindeutige Empfehlung für das Buch nicht mindern): Das »REINZEICHNUNG« auf dem Titel sollte gerade, wenn es um dieses Thema geht, korrekt mit einem Divis getrennt werden. Und die Druckqualität ist nicht ganz optimal: Gerade kleine Schrift »suppt« etwas weg.

Wenn mich jetzt jemand fragt, was bei der Reinzeichnung zu beachten ist, habe ich eine verlässliche und detaillierte Empfehlung. Die € 34,90 sind für Anfänger, aber auch für Profis, eine lohnende Investition, um ein sicheres Gefühl bei der Druckproduktion zu bekommen – und die Druckerei, sich selbst und nicht zuletzt den Auftraggeber ein bisschen glücklicher zu machen.

Michael Neuhauser
Reinzeichnung und Druckvorstufe mit InDesign
2., veränderte Auflage, 2016
200 Seiten
€ 34,90
http://www.michael-neuhauser.de/reinzeichnung-druckvorstufe-indesign-buch


Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Autor für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

Warum ich schwedische Werbung mag

Werbung in Schweden (reklam ist das ehrlichere, schwedische Wort dafür) ist anders: Freundlicher, lockerer, (selbst)ironischer. Klar gibt es das auch in Deutschland hin und wieder, ist aber in Skandinavien viel gängiger – und oftmals besser.

So wie bei diesem Beispiel: Die Firma Oatly aus Malmö, Hersteller von Getränken aus Hafermilch,  hat in einem Supermarkt einen Stand zur Verkostung von »Gammaldags Hafvredryck« (in etwa »Hafergetränk, so wie früher«) aufgebaut. Was mich daran begeistert:

  1. Das Packungsdesign ist nicht altbacken (wie hierzulande oftmals für ein Produkt von »früher«), sondern zeitgemäß: eine Typografie mit Charakter, reduzierte Farbigkeit und viel Weißraum passen perfekt zur Zielgruppe.
  2. Anders als sonst üblich, sitzt hier eine 96 Jahre alte Frau am Verkostungs-Stand – und strickt. Passt zum Produkt, ist sympathisch und überraschend.
  3. Am Kopf des Regals steht »Som det eventuellt smakade förr«, auf Deutsch in etwa: »So wie es eventuell früher geschmeckt hat.« Eventuell. Klasse! Das ist ehrlich (weil sie nicht mehr sagen können, ob es früher wirklich so geschmeckt hat – kann man auf der Website dazu auf schwedisch erfahren), das ist locker formuliert, und es weckt Neugier, weil es so überraschend und – auch für Schweden – ungewöhnlich formuliert ist.

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Vielen Dank an Björn Lindén von Oatly, der über die Aktion bei Facebook berichtete und mir erlaubt, das Foto zu benutzen. »Gammaldags Hafvredryck« ist (bislang) nicht in Deutschland erhältlich.

 

Tipp für Acrobat DC: Kommentar-Namen ändern

Update 22.12.2016 (2): Offenbar hat Acrobat bei letzten Update bei der Einstellung »Als Verfasser immer Benutzernamen verwenden« (siehe Punkt 2 in meiner Aufzählung) von sich aus einfach wieder das Häkchen gesetzt. Ist das Häkchen wieder weg, funktioniert die beschriebene Vorgehensweise wieder (bei mir).

Update 22.12.2016: Bei der aktuellen Version 2015.020.20042 für den Mac funktioniert nun auch der von mir beschriebene Tipp – zumindest auf meinem Rechner – nicht mehr. 

PDFs sind unter anderem deshalb so beliebt, weil sich dort einfach Kommentare hinzufügen lassen. Gerade beim Korrigieren ist das eine sehr hilfreiche Funktion, die handschriftlichen Anmerkungen auf Ausdrucken in vielerlei Hinsicht überlegen ist.

Damit die Kommentare eindeutig zuzuordnen sind, werden diese mit dem Namen des Verfassers versehen. Wobei das nicht ganz korrekt ist: Voreingestellt ist (zumindest bei mir am Mac) ein Benutzername, der identisch ist mit dem Benutzernamen des Computers. Mein Macbook Pro heißt RainerPro, und damit auch der voreingestellte Kommentar-Name. Diesen Namen kann man ändern, aber es braucht etwas, bis man den Weg gefunden hat – und soweit ich es feststellen kann, gilt die Änderung dann leider nur für das gerade geöffnete Dokument. Da muss Adobe nachbessern. Hier meine Vorgehensweise:

  1. In die Voreinstellungen von Acrobat gehen
  2. Bei »Kommentieren« das Häkchen entfernen bei »Als Verfasser immer Benutzernamen verwenden«
  3. Einen Kommentar machen.
  4. Auf den Kommentar mit der rechten Maustaste klicken.
  5. Auf »Eigenschaften« klicken.
  6. Auf »Allgemein« klicken.
  7. Wunschnamen eingeben
  8. Bei »Eigenschaften als Standard festlegen« ein Häkchen setzen
  9. OK

Für die eher visuell Orientierten unter den Leserinnen und Lesern hier ein kurzes Video:

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(Und falls das Video nicht beim Klick auf das Bild angezeigt wird, können Sie auch hier klicken.)

 

 

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Immer wieder sieht man Websites, bei denen es in den Überschriften Probleme mit zu langen Wörtern gibt. Insbesondere die deutsche Sprache mit ihren zusammengesetzten Substantiven ist eine Quelle für viele solche Fehler: Entweder wird ein Wort gar nicht getrennt und läuft über den Rahmen hinaus. Oder es wird an beliebiger Stelle getrennt. Oder es wird per Hand ein Trennstrich eingefügt, der auch zu sehen ist, wenn er gar nicht nötig wäre, wie bei diesem Beispiel (Link):

Desktop-Ansicht

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Die Lösung: ­

Damit wird an entsprechender Stelle ein bedingter Trennstrich eingefügt, der also nur angezeigt wird, wenn er denn notwendig ist. Einfach in das jeweilige Wort einfügen, und es wird nur getrennt, wenn es sein muss. Wie bei meiner Überschrift, die auf dem Desktop-Rechner nicht getrennt wird, auf dem Smartphone aber doch. Aber nur an den Stellen, die ich vorher definiert habe. In WordPress sieht die Überschrift zu diesem Beitrag also so aus:

screenshot 2016-07-11 um 10.37.26

Randnotiz

Klick auf Bild führt zur Quelle

PDF-Dateien, die mit Word generiert werden, weisen oftmals einen gestalterischen Fehler auf: Grafiken und Text, die bis an den Rand des Dokuments gehen, werden abgeschnitten. Genau dieses Phänomen fiel mir zuletzt auch bei einem PDF des Vereins »Allianz deutscher Designer (AGD) e.V.« auf –  was so gar nicht zu einem Zusammenschluss von Designern passt.

Für mich Anlass genug, eine kurze Anleitung zu schreiben, wie man diesen Fehler ganz leicht vermeiden kann. Ich arbeite am Mac und mit Word 2011, vermutlich funktioniert es aber mit allen Versionen so oder so ähnlich:

Öffnet man den Druck-Dialog, muss man auf den Button „Seite einrichten“ klicken und dann unter „Papierformat“ den Punkt „Eigene Papierformate“ anwählen. Dort hat man die Möglichkeit, den nicht-druckbaren Bereich zu definieren: im vorliegenden Fall mindestens bei „Oben“ auf 0 mm.

screenshot 2016-06-23 um 23.02.09

Das war es schon. Nun natürlich das neue Papierformat unter „Seite einrichten“ anwählen und anschließend das PDF erstellen. Noch ein Tipp: Die besten Ergebnisse erzielt man nicht über „Als PDF sichern…“, sondern über „Save as Adobe PDF“. Denn über diesen Weg kann man noch die Qualität des PDFs steuern, in dem man die passende Acrobat-Einstellungsdatei auswählt.


Eine Datei des AGD-Signets steht auf der Website der AGD zum freien Download zur Verfügung (Stand: 23. Juni 2016) und wurde nur zu Demonstrationszwecken eingesetzt, um die Problemlösung so anschaulich und realitätsnah wie möglich zu illustrieren. 

Hat mein Bild 300 dpi?

Um einen qualitativ hochwertigen Druck zu erhalten, müssen die Bilder eine Auflösung von mindestens 300 dpi haben. Bitte beachten  Sie, dass sich die Auflösung bei der Skalierung von Bildern entsprechend verkleinert.

Ganz allgemein und vereinfacht gesagt stimmt das Zitat, das ich auf einer Website eines Web2Print-Portals gefunden habe.* Allerdings können Laien, und die sind die Zielgruppe dieser Website, mit der Information gar nichts anfangen. dpi ist eine Maßeinheit, die jenseits der Grafikwelt fast niemand kennt. Es gibt viele Seiten im Netz (zum Beispiel hier oder hier), die das Problem erläutern. Für meinen Geschmack setzen sie aber alle zu viel technisches Know-how voraus. Vielleicht hilft die nachfolgende, sehr vereinfachte Erklärung (die Druck- und Fotoexperten lesen bitte nicht weiter).

Zum einen gibt es das Bild. Im Normalfall liegt es als jpg-Datei vor. Nun muss man heraus bekommen, wie groß dieses Bild ist. Dafür bitte nicht ein Lineal an den Monitor halten, sondern in den Dateiinformationen nachsehen. Dort wird ein Pixelwert zu finden sein, zum Beispiel 800 x 600 Pixel.

Zum anderen gibt es einen Platz in beispielsweise einer Broschüre, an dem das Bild gedruckt werden soll; und zwar in den genannten 300 dpi. Dieser Platz ist in diesem Beispiel 10 x 6 cm groß.

Wie bekommt man nun also raus, ob 800 x 600 Pixel ausreichen, um ein 10 x 6 cm großes Bild in 300 dpi drucken zu können? Nehmen Sie den Pixelwert und teilen Sie ihn durch 118. Das Resultat entspricht dann näherungsweise der maximalen Zentimeter-Angabe, in der das Bild noch gut aussieht. In meinem Beispiel also:

800 Pixel / 118 = 6,78 cm

Somit wäre das Beispiel-Bild nicht geeignet, um es mit 10 cm Breite abzudrucken. Hätte die Datei 1200 x 900 Pixel gehabt, hätte es geklappt: 1024 / 118 = 10,17

Manchmal passt ein Motiv von der Breite an den vorhergesehenen Platz, aber nicht von der Höhe (oder anders herum). Darum prüfen Sie lieber immer beides, also Breite und Höhe. Eine zusätzliche Schwierigkeit kann entstehen, wenn man nur einen Ausschnitt des Bildes nutzen möchte. Dann muss die Berechnung natürlich für genau diesen Ausschnitt angestellt werden, und nicht für das Gesamtbild.

Meine Empfehlung: Der professionelle Kommunikationsdesigner oder Fotograf schaut sich jedes Bild natürlich viel genauer an, um für seine Auftraggeber ein perfektes Druckergebnis zu erzielen. Die Farben werden optimiert, Höhen und Tiefen (die heißen wirklich so) feinjustiert, am Kontrast gearbeitet und vieles, vieles mehr. Auch wird darauf geachtet, auf welchem Papier später gedruckt werden soll. Dazu kommt dann auch noch der fachliche Blick, ob das Motiv wirklich passend zum Ziel der Broschüre und der Zielgruppe ist. Für wirklich professionelle Ergebnisse reicht also das Teilen durch 118 nicht aus.

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© kaboompics

* Es gibt Druckereien, die von Fall zu Fall auch Werte unterhalb 300 dpi akzeptieren. Je nach Motiv, Druckverfahren und Papier können auch mal 240 oder sogar 200 dpi ausreichend sein.