Nutzungsrechte

Ich habe eine Anfrage gemäß Informationsfreiheitsgesetz beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gestellt, um Einblick in den Rahmenvertrag zu bekommen, der mit einer Werbeagentur geschlossen wurde. Nun erhielt ich die entsprechende Auskunft, und ein Punkt darin ist besonders interessant:

Auch bei den höchsten Stellen in unserem Staat – in diesem Fall dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung – und den größten Agenturen des Landes – in diesem Fall Scholz & Friends Berlin – hält man offenbar nichts von dem in die Jahre gekommenen Modell, nach dem sich die Vergütung für eine Designleistung aus dem eigentlichen Honorar und einer je nach Verwendungszweck unterschiedliche hohen Nutzungsvergütung zusammen setzt. In dem Vertrag ist geregelt, dass mit den Stundensätzen »alle Geschäftsaufwendungen … einschließlich der Übertragung von Nutzungsrechten« abgegolten sind.

Auch ich stehe dem bisherigen Ansatz kritisch gegenüber, der da lautet:

»Honorar nach Stundensatz bzw. Pauschalbetrag
plus
eine Nutzungsvergütung in Abhängigkeit des Nutzungsumfangs, basierend auf dem Honorar«

Meine eigene jahrelange Berufspraxis und viele Gespräche mit Kollegen und Kolleginnen zeigen, dass die wenigsten Auftraggeber das Modell kennen, geschweige denn nachvollziehen können und dementsprechend auch ablehnen. Eine Übereinkunft wie von BPA und Scholz & Friends ist gang und gäbe.

Genau so sah das auch Erik Spiekermann, den ich am Rande einer Veranstaltung Mitte April in Berlin dazu sprechen konnte, bei der es um die Zukunft des Kommunikationsdesign ging. Sinngemäß sagte er, dass das Modell mit der Nutzungsvergütung kein Kunde kapiert, das Erklären viel zu aufwendig sei und er einfach den Stundensatz erhöht. Die Berufsverbände der Designer sind diesbezüglich noch nicht im Hier und Jetzt angekommen und propagieren weiterhin das altbekannte, aber eben nicht altbewährte Modell. Eine Lösung kenne ich auch nicht, mit dem bisherigen Ansatz kommen wir Designer aber nicht weiter.

Gespannt bin ich darum auf die Neufassung des »Vergütungstarifvertrags (VTV) Design« der Allianz deutscher Designer, der Ende Oktober erscheinen soll. Dieser war in seiner letzten Fassung nicht mehr zeitgemäß, stellt allerdings den wesentlichen Grundpfeiler der AGD dar. Sobald mir ein Exemplar des VTV vorliegt, werde ich berichten.

Diese Überlegungen beziehen sich zuallererst aufs Kommunikationsdesign. Soweit ich es beurteilen kann, sieht es beim Produktdesign und bei Illustrationen anders aus.

#CREATIVETEXT

Wer textet so einen inhaltlichen Unfug? 

Wage den Sprung…
Es ist also mit einem Risiko verbunden, zur CC-Version zu wechseln?

… und sichere Dir bis zu 60%
Der Neukunde bekommt (= sich sichern) also »bis zu 60%« der Software, die im CC-Paket enthalten ist?

Und dann war da noch… Auch, auch egal.

Darum geht es eigentlich: Wer mit den alten Softwarepaketen zwischen CS3 und CS6 von Adobe arbeitet, kann bis Samstag, 3.10., das komplette Creative-Cloud-Paket mit einem sehr viel größeren Funktionsumfang als in den alten Paketen für einen im ersten Jahr bis zu 60 % vergünstigten Preis buchen. Hier sind alle weiteren Infos. 

Zur Lage der Designer in Deutschland

Meine selbstgestellte Sommeraufgabe war, mir Gedanken über das Berufsbild des »Designers« zu machen. Ich bin ehrlich gesagt nicht dazu gekommen. Erholung musste auch mal sein, und dann war gleich wieder Praxis statt Beschäftigung mit der Theorie angesagt.

Unerwartet sind nun aber einige sehr interessante Meinungsäußerungen zu genau diesem Thema erschienen. Drei Veröffentlichungen möchte ich hervorheben:

Christian Büning, Vorsitzender des Bundesverband der deutschen Kommunikationsdesigner e.V., hat über die „gestörte Lage der Designer“ in Deutschland geschrieben.

Zur von der EU geplanten Reform des Urheberrechts schreibt der Anwalt von „Charlie Hebdo“, Richard Malka.

Und Frank Wagner, vielfach ausgezeichneter Designer aus München, hat seine Gedanken zum Wert des Designs gleich in ein ganzes Buch gepackt: »The Value of Design«.

Alles sehr lesenswert! Gerne würde ich mit Frank Wagner und Christian Büning und weiteren Designern eine Diskussionsrunde planen. Ich werde mal meine Fühler ausstrecken und sehen, was geht.

Vier Fragen und vier Antworten

Meine liebe Kollegin Katja Frauenkron ist ziemlich kreativ und umtriebig. Neben ihrer eigentlichen Arbeit als Deichgrafikerin ist sie dauernd mit neuen Sachen beschäftigt: Kalligraphie, Töpfern, gezeichnete/gemalte Reisetagebücher und vieles mehr* zeugen von ihrer Vielseitigkeit. Einen Einblick in das alles gewinnt man beim Lesen ihres Blogs. Katjas neueste Idee: Sie fragt Kolleginnen und Kollegen: »Was machst Du gerade?«, und diese Woche hatte ich die Ehre, antworten zu dürfen.

Vielen Dank, Katja!

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* Vor knapp drei Jahren initiierten Katja und ich das Twitter-Projekt »createandrotate«, bei dem jede Woche ein anderer Designer von irgendwo auf dem Globus. 

Weltverbesserer?

Was macht eigentlich ein Designer? Das ist eine sehr schwierig zu beantwortende Frage. Jede/r versteht darunter etwas anderes. Mal wird Designer nur als Synonym für Modedesigner benutzt, mal müsste es eigentlich Produktdesign heißen, wenn Design gesagt und geschrieben wird. Und wenn ich mich als Kommunikations- oder Grafikdesigner bezeichne, wissen Fachfremde damit auch oftmals wenig anzufangen.

Meine mir selbst gestellte Sommeraufgabe ist, meine Definition der Berufsbezeichnung »Designer« aufzuschreiben und so auch das eigene Profil zu schärfen. Gerne nehme ich dazu Anregungen und Link-Empfehlungen entgegen – per E-Mail oder über die Kommentarfunktion unten.

Eine Anregung dazu habe ich bereits; sie kommt aus Schweden. Dort hat der Designverband Svensk Form mit diesem Plakat Werbung für eine Veranstaltung gemacht. Die Übersetzung lautet:
Bist Du kreativ? Magst Du, Probleme zu lösen? Willst Du die Welt einfacher, schöner und anwenderfreundlicher machen? Du solltest Designer werden

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Neues von der KSK

Am 30. Juni 2015 fand in Hamburg eine Informationsveranstaltung zur Künstlersozialkasse statt. Arrangiert wurde die Veranstaltung von Stadtkultur Hamburg e.V., dem »Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung«, der mit dieser Veranstaltung seinen Mitgliedsverbänden die Möglichkeit verschaffte, sich über alle relevanten Fragen zur Künstlersozialkasse und -abgabe aus Sicht eines »Verwerters« zu informieren. Freundlicherweise durfte auch ich teilnehmen, obwohl ich eher Auftragnehmer als -geber bin. Aber mich interessieren auch gerade diese Aspekte, damit ich meine Auftraggeber gut über die aktuelle Rechtslage, die Pflichten und Rechte offen und ehrlich informieren kann.

Für alle, die sich nicht so mit der Künstlersozialkasse auskennen, hier kurz zusammengefasst deren Funktion: Die KSK unterstützt selbstständige Künstler und Publizisten aus vielen Berufsgruppen, indem sie den Arbeitgeberanteil für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt. Finanziert wird dieser Zuschuss durch eine Abgabe, die Künstlersozialabgabe, die jeder bezahlen muss, der einen »Künstler oder Publizisten« (gemäß der KSK-Liste) beauftragt – und zwar unabhängig davon, ob der Kreative von der KSK Zuschüsse erhält oder nicht! Hier und hier hatte ich bereits etwas zur KSK geschrieben.

Als Experte stand ein Mitarbeiter der KSK zur Verfügung, der ausgehend von seiner Powerpoint-Präsentation anekdotenreich alle wichtigen Details erläuterte und auch auf Neuerungen und Präzisierungen einging, die seit diesem Jahr gelten.

Es folgen ein paar Punkte, die ich mir notiert habe. Alle, sind natürlich ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Richtigkeit! Bitte im Zweifel immer direkt bei der KSK nachfragen und sich keinesfalls nur auf das hier publizierte verlassen!!!

  • 15.425 € verdient ein über die KSK abgesicherter Kreativer im Schnitt. Pro Jahr. Das ist verdammt wenig und macht klar, wie wichtig der Zuschuss ist.
  • Wer in den Genuss einer Unterstützung der KSK kommt, ist ganz genau im Künstlerkatalog festgelegt. Aber wie überall gibt es Grenzfälle:
    DJ? Nein. DJ, der eigene Mixe macht und diese auf »Tonträgern« veröffentlicht? Ja.
    Afrodancer? Ja. Breakdancer? Nein. Weil es bei letzterem nationale und internationale Meisterschaften gibt, ist es (nach Lesart der KSK und/oder des Bundessozialgerichts) eine Sportart und keine Kunst.
    Übersetzer? Eher ja bei Belletristik. Eher nein bei Sachtexten. Wenn aber beispielsweise die Übersetzung einer Bedienungsanleitung eine kreative sprachliche Eigenleistung nötig macht, weil sie sonst komplett unverständlich wäre: Eher ja.
  • Die versicherten Künstler und Publizisten dürfen neben ihrer Haupttätigkeit auch bis zu 5.400 € jährlich mit einer Tätigkeit verdienen, die nicht-künstlerisch im Sinne der KSK ist.
  • Wenn bei einem Betriebsfest Herbert Grönemeyer für eine Millionengage auftritt, ist die Künstlersozialabgabe zu zahlen. Wenn auf diesem Fest aber nur Mitarbeiter und deren Familien anwesend sind und niemand externes, ist keine Abgabe zu zahlen.
  • Bislang musste die KSK-Abgabe nicht gezahlt werden, wenn es zu »gelegentlichen Auftragserteilungen« kam. »Gelegentlich« ist ziemliche Auslegungssache, so dass dieser Punkt jetzt präzisiert wurde: Ab 450,- € im Jahr ist unabhängig von der Häufigkeit die Abgabe zu entrichten.
  • Stehen in den Rechnungen der Kreativen Posten für Druck oder Programmierung, gehören diese nicht zu den Kosten, auf die die Abgabe zu entrichten ist. Zu zahlen ist für die kreative Arbeit und die Nebenkosten. Druck- oder Programmierungskosten sind laut Aussage des KSK-Vertreters keine Nebenkosten.
  • Irrelevant für die KSK ist, ob der Kreative mit dem vollen (19%) oder dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz (7%) rechnet.
  • Genauso ist es der KSK egal, ob der Kreative ein Gewerbe angemeldet hat oder nicht.

Gerade zu den letzten beiden Punkten haben ich immer wieder anderes gehört, so dass ich sehr froh war, dass bei der Veranstaltung ein Mitarbeiter der KSK dies klargestellt hat.

Erhellend, was den bürokratischen Wahnsinn angeht, war auch diese Anekdote: Tritt ein Schauspieler in einem TV-Werbespot auf: Abgabepflicht auf das Honorar. Derselbe Schauspieler in der zur selben Kampagne gehörenden Print-Anzeige: Keine Abgabepflicht.


Sollte ich bei der Veranstaltung etwas falsch verstanden haben oder Sie etwas ergänzen wollen, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben.

 

Business Basics

In der Ausbildung zum Designer werden »berufswirtschaftliche Kenntnisse« viel zu wenig vermittelt. In vielen Studiengängen gehören sie gar nicht zu den Ausbildungsinhalten. Und so sind viele nach ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium nicht gut vorbereitet auf das, was neben dem Gestalten elementar wichtig für den Berufsalltag ist, vor allem für Selbstständige: Angebote schreiben, Akquise, die AGB, Steuerfragen, Nutzungsrechte und vieles mehr.

Um diese Wissenslücke zu schließen, gibt es seit einiger Zeit in der Zeitschrift PAGE eine Kolumne »Business Basics«, in der Diplom-Designer Christian Büning entsprechende Fragen beantwortet. Mittlerweile sind so viele Fragen beantwortet worden, dass aus den Kolumnen der ersten drei Jahre ein eigenes Buch entstanden ist. In »Business Basics – Wirtschaftliches Basiswissen für Kommunikationsdesigner« sind 33 Texte versammelt, die Antwort auf so unterschiedliche Fragen wie „Wie mache ich Akquise?“, „Werde ich für Design zu alt?“ oder „Ab wann muss ich ein Gewerbe anmelden?“ geben.

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Büning antwortet jeweils mit knappen Texten, die sich sehr gut lesen lassen und einen guten Einstieg in das jeweilige Thema geben. Am Ende der Kolumne wird das Geschriebene nochmal in einigen Spiegelstrichen, den »Basics«, pointiert zusammen gefasst. Ergänzt wird die Textsammlung durch ein Glossar (und ein bisschen Eigenwerbung für den BDG Berufsverband der Kommunikationsdesigner, dessen Vorsitzender der Autor ist).

Was mir fehlt: Die Neuausgabe der Kolumnen als Buch wäre eine Möglichkeit gewesen, die wie erwähnt kurzen, einführenden Texte noch zu ergänzen durch weiterführende Informationen oder zumindest Links.

Was mir sehr gut gefällt: Das Buch ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Die Schrift, das wunderbare Papier, die dezente Färbung des Umschlags und eine Blindprägung passen sehr gut zusammen und steigern das Leseerlebnis.

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Ich empfehle das Buch allen Designern, die Berufseinsteiger sind oder sich noch nicht sattelfest fühlen. Auch für mich war es nach mehr als 20 Jahren Selbstständigkeit gut, sich die ganzen Punkte mal wieder zu vergegenwärtigen.

»Business Basics« ist im Werkstoff Verlag erschienen und kostet schmale 12,95 €.

 


Für diese Rezension erhielt ich ein Exemplar des Buches zur Verfügung gestellt. Die Fotos stammen aus dem »Mediakit« des Verlags.

PUBKON 2015

CDXVMbTWAAE2gxDVom 23. bis 25. April fand in Köln die PUBKON 2015 statt – die InDesign- und Publishing-Konferenz im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit meinen fantastischen Kollegen Stephan Mitteldorf und Anselm Hannemann habe ich die Veranstaltung mit insgesamt über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, drei Workshops und mehr als zwei Dutzend Rednern und Vorträgen organisiert.

Mein Arbeitsschwerpunkt im Team war vor allem die externe Kommunikation: Die Texte für die Website, Konzeption und Text für alle Newsletter stammen genauso von mir wie die allermeisten Postings bei Facebook und Twitter. Und auch während der Konferenz hörte diese Arbeit nicht auf: Kontinuierlich habe ich die Social-Media-Kanäle der PUBKON 2015 mit Text und Bild versorgt. Und auch jetzt, nach dem Event, geht diese Arbeit natürlich noch weiter.

Planen, organisieren, vernetzen, mitdenken. Kann ich.
Social-Media-Kommunikation auch.
Und Kommunikationsdesign sowieso.

Das Foto hat Klaas Posselt gemacht.

Theorie und Praxis »Designschutz«

Am 12. Februar 2015 fand in der Handelskammer Hamburg eine Veranstaltung zum Thema »Designschutz« statt, die den Teilnehmenden sehr informativ einen Überblick verschaffte, welche Möglichkeiten es gibt, ein Design zu schützen. Im Mittelpunkt stand dabei das Produkt- oder auch Industriedesign.

HandelskammerBei der kurzen Einführung durch Dr. Wulf-Erich Damrau von der Handelskammer wurde u.a. auf die Recherche-Möglichkeiten hingewiesen, die das »Innovations- und Patent-Centrum« (IPC) der Handelskammer bietet.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Möller von ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU erläuterte zunächst die vier Säulen des Designschutzes, als da wären: Urheberrecht, Designrecht (bis 2013 noch als Geschmacksmusterrecht bekannt), Wettbewerbsrecht und Markenrecht. Dabei wurde natürlich auch das BGH-Urteil von Ende 2013 erwähnt, durch das ganz neu auch »angewandte Kunst« (im Gegensatz zur »freien Kunst«) nur relativ niedrige Hürden zu überwinden hat, um Urheberrechtsschutz zu genießen. Die deutschen Designerverbände haben das BGH-Urteil begrüßt, ohne zugleich auf die Probleme hinzuweisen, die damit einhergehen: Wenn ein Design schneller urheberrechtlichen Schutz genießt, heißt das auch, dass das Urheberrecht anderer, ähnlicher Designs viel schneller verletzt wird (Mehr dazu u.a. hier).

Wichtigster Teil in diesem Vortrag war für mich der Teil »Schutzstrategien«. Ralf Möller gab Empfehlungen, wie man vorgehen sollte, um ein Design zu schützen (Stichworte Anmeldung as EU-Design, Eintragung als Gemeinschaftsmarke), aber auch, wie man gegen Nachahmer vorgehen kann (Recherche, Nichtigkeitsantrag, Grenzbeschlagnahmeantrag, ebay-VERI-Programm). Erwähnenswert ist dabei, dass die Behörden eingereichte Designs nicht prüfen (können), eine Anmeldung also nicht bedeutet, dass man mit seinem Design auf der sicheren Seite ist (etwas anders sieht es bei der Anmeldung einer Marke aus, aber das zu erläutern, würde hier zu weit führen).

Nach diesem zwar mit jede Menge Beispielen garnierten, aber dennoch theoretischen Vortrag kam dann der Abgleich mit der Realität. Eric Pfromm von den BFGF DESIGN STUDIOS berichtete aus seiner Praxis. Für die Vereinbarungen mit den Auftraggebern (u.a. Vertraulichkeitsvereinbarung, Kostenvoranschlag, AGB, Verträge, Nutzungsvergütung) gibt es natürlich Vorlagen, die aber für jeden Auftrag angepasst werden müssen. Viel (Vor-)Arbeit, die aber sehr sinnvoll ist, auch wenn es keinen Spaß macht. Es lohnt sich also, als (Produkt-)Designer von Anfang an einen Rechtsanwalt im Team zu haben.

Was mich sehr gefreut hat, war die Offenheit, mit der Eric Pfromm aus seinem Berufsalltag erzählte. Im Abgleich mit den Aussagen von Ralf Möller zeigte sich, dass Theorie und Praxis dann doch oftmals zwei paar Schuhe sind.

Grafikdesign war bei dieser Veranstaltung neben Produktdesign nur ein Randthema. Am 24. Februar geht es bei einer weiteren Veranstaltung der Handelskammer um »Markenschutz«. Dort soll auch das IPC näher vorgestellt werden.

Anmerkung: Die Anregung für diese Veranstaltung ging ursprünglich von mir aus und wurde dann von Dr. Ernest Mitschke vom IPC weiter entwickelt.

Anmerkung 2: Ich bin kein Rechtsanwalt. Darum sind alle hier gemachten Aussagen natürlich nicht rechtsverbindlich. Und falls ich etwas falsch beschrieben habe, freue ich mich über Korrekturen.

Som morgondagens formgivare…

„Som morgondagens formgivare måste du inte kunna alt men du måste arbeta nära programmeraren och it-avdelningen. Det går inte att sitta på olika våningsplan eller, till och med, på olika geografiska platser. Som formgivare måste vi integrera oss mer med helt andra funktioner än vad vi är vana vid att ha med i våra arbetsgrupper. Jag är helt övertygad om att vi måste arbeta mer som projektledare och driva designen framåt.“

Carina Nilsson, chefredaktör hos CAP & Design

Zukünftig musst Du als Gestalter nicht alles kennen, aber Du musst nah bei den Programmierern und der IT-Abteilung arbeiten. Es geht nicht, in unterschiedlichen Stockwerken oder, noch schlimmer, an unterschiedlichen Orten zu sitzen. Als Gestalter müssen wir uns stärker integrieren, mit ganz anderen Funktionen als jenen, die wir bislang bei der Zusammenarbeit gewohnt sind. Ich bin voll und ganz überzeugt davon, dass wir mehr als Projektmanager arbeiten und so das Design nach vorne bringen müssen.

Carina Nilsson, Chefredakteurin bei CAP & Design,
der größten Designzeitschrift Nordeuropas

Übersetzung von mir.

»die« InDesign- und Publishing-Konferenz

PUBKON_OhneJahrEnde April findet in Köln die PUBKON 2015 statt, die größte InDesign- und Publishing-Konferenz in Deutschland. An zwei Tagen (24./25. April 2015) kommen Firmenvertreter, Referenten und Anwender aus der Publishing-Welt zusammen zum Weiterbilden und Netzwerken. Einen Tag vorher (23. April 2015) finden noch zwei Intensiv-Workshops statt.

Die PUBKON gibt es schon seit 2012; für 2015 bin ich zum ersten Mal im Orga-Team mit dabei. In Zusammenarbeit mit meinen Kollegen aus Dresden und München eine Veranstaltung in Köln auf die Beine zu stellen, ist schon eine gewisse Herausforderung, klappt aber bislang sehr gut.

Meine Hauptaufgabe im PUBKON-Team ist das Schreiben sämtlicher Texte: Website, Newsletter, Social Media, Sponsorenakquise-Unterlagen und vieles mehr – (fast) alles stammt aus meiner »Feder«. Für mich als MItdenker und Grafikdesigner ist das Texten zwar nicht meine Kernkompetenz, gelingt mir aber doch – nach Aussage der Kollegen – ganz gut. Und vor allem macht es mir viel Freude.

Wenn Sie Fragen zu PUBKON haben – ob als möglicher Teilnehmer oder Sponsor –, kontaktieren Sie mich gerne. 

Mehr als Werbung

An der Schwedischen Botschaft in Berlin wurde am 5. November 2014 die Ausstellung „Mehr als Werbung – Schweden kommunizieren“ mit einer sehr interessanten Spätnachmittag-/Abend-Veranstaltung eröffnet. Hervorragende, viel zu kurze Vorträge zeigten, wie „typisch schwedische“ Werbung aussieht und was sie trotz aller Globalisierung auszeichnet.

Staffan Carlsson / Hua Hua

Nach der Begrüßung durch den schwedischen Botschafter in Deutschland, Staffan Carlsson, und Hans-Joachim Berndt vom Art Directors Club Deutschland folgte Tobias Lundqvist von der Berghs School of Communication, der mit jeder Menge Selbstbewusstsein und Stolz (eigentlich etwas untypisch schwedisch) meinte, man solle einfach nach „best advertising school of the world“ googeln.

Sein Vortrag und auch der anschließende von Michael Ericsson von der Digital-Agentur Creuna sollten eigentlich unter dem Motto „Now that we’re digital – what’s next?“ stehen. Es war aber eher so, dass die beiden generell über die Grundprinzipien guter Werbung (aus ihrer, aus schwedischer Sicht) sprachen. Zusammengefasst in ein paar Schlagworten:

smart, simple, humorous, passionate, story

Das gilt vermutlich überall auf der Welt, wird aber in Skandinavien konsequenter umgesetzt. Dazu gab es überzeugende, ausgezeichnete Beispiele wie Nike oder das Twitter-Projekt @sweden, das mich und Katja Frauenkron inspirierte, mit @createandrotate etwas ähnliches ins Leben zu rufen.

Elisabeth Trotzig ist Ombudsman beim schwedischen „Reklamobudsmannen“. Dort wird auf Antrag Werbung begutachtet und gegebenenfalls eine Rüge ausgesprochen, falls gegen gewisse Regeln verstoßen wird. Die allermeisten Beschwerden mit 48 % betreffen „Geschlechterdiskriminierung“. Anders in Gesamteuropa, wo es zusammengerechnet nur 13,6 % der Beschwerden sind [Link]. In ihrem Vortrag wurde deutlich, dass stereotype Rollenbilder in Schweden sehr viel weniger Akzeptanz erfahren als in anderen Ländern.

Suzanne Forsström arbeitet unter anderem als interkulturelle Trainerin und zeigte an mehreren Beispielen auf, wie unterschiedlich das selbe Produkt in Schweden und Deutschland beworben wird. Hier direkt und mit Fakten, dort indirekt und mit Gefühl. Auch wenn es sicher in beiden Ländern auch andere Beispiele gibt, stimme ich dem in der Grundtendenz zu.

Anschließend konnte dann die Ausstellung besichtigt werden, die ich jedem, der in nächster Zeit in Berlin ist, sehr empfehlen möchte. Leider ist sie nicht sehr groß, aber dennoch einen Besuch wert für alle, die sich für überzeugende Kommunikation interessieren. Der für mich wichtigste Aspekt ist die (nicht neue, aber bestätigte) Erkenntnis, dass „smarte“ Werbung von einem „smarten“ Konsumenten ausgeht. Da haben „wir“ in Deutschland noch viel Nachholbedarf.

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(Das Foto entstand, als alle anderen gerade am leckeren Büffet anstanden. Den Soundtrack zur Ausstellung lieferte Nordic by Nature.)

Eine Randbemerkung: Der englischsprachige Titel der Ausstellung ist „More than marketing – Communicating the Swedish Way“, der deutsche „Mehr als Werbung – Schweden kommunizieren“. Das deutsche Werbung mit dem englischen marketing zu übersetzen (oder anders herum), finde ich etwas merkwürdig.

Und noch ein Randbemerkung: Niemand in Deutschland in so einer gehobenen Position, egal ob Frau oder Mann, hat solche Pressefotos wie Elisabeth Trotzig. Auch das ist irgendwie „schwedisch“. Gefällt mir!

 

 

»The superpower of beautiful design«

Sogar die Finnen, (un)geliebter kleiner Nachbar der Schweden, haben – mit einem Augenzwinkern – eingesehen: »The Swedish are the superpower of beautiful design.«

Warum das so ist, erfährt man in diesem kurzen Video:

Auch wenn es sich um kein offizielles Projekt, sondern eine Idee einer finnischen Werbeagentur handelt, ist die Grundidee dahinter genau richtig:

Ein genauer, intensiver Blick von außen hilft oftmals, die eigene Identität, die eigenen Stärken und Schwächen viel besser zu erfassen.

 

Wie gutes Design ein Unternehmen unverwechselbar macht

Da fängt ein Artikel (leider nicht online gefunden) in der Süddeutschen Zeitung so hoffnungsvoll an:
„Wie gutes Design ein Unternehmen unverwechselbar macht“

Doch dann heißt es weiter: „Viele Firmen investieren Millionenbeträge in ihr Erscheinungsbild. Dabei wurde manch ein weltberühmtes Logo fast beiläufig entworfen. Die einfachsten Ideen sind oft die besten.“

Und zack! bleibt beim Leser hängen, dass es nicht notwendig ist, gutes Geld in die Hand zu nehmen für gute Gestaltung. Geht ja „beiläufig“. Dass dem „Beiläufigen“ so gut wie immer jede Menge Arbeit voraus geht, bleibt – natürlich – unerwähnt.

Anton Stankowski, der seinerzeit das Deutsche Bank-Logo gestaltete, sagte sinngemäß, dass er 40 Jahre üben musste, um es so einfach und so gut hinzubekommen.

Soziale Gerechtigkeit

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Die Kollegen von Deichpixel entdeckten diese Anzeige in der Bergedorfer Zeitung. Gesucht wird für 10 Stunden wöchentlich ein Mediengestalter mit »fundierten Kenntnissen« in den Adobe-Programmen sowie »vertriebsorientiertem Arbeiten«. Printanzeigen, Präsentationen, Kataloge und Preislisten sollen dann erstellt werden und dazu »Websites und Newsletters« (!) betreut werden.

Eine sehr anspruchsvolle Tätigkeitsbeschreibung. Die Entlohnung als Minijob mit nicht mehr als 450 € im Monat (!) ist allerdings dürftig und unangemessen.

Ein Zitat von der Website der Firma:

»Engagiert zur Sicherung der Würde aller Menschen und die Herstellung sozialer Gerechtigkeit gehören, wie der Schutz der Umwelt, zu den wichtigsten globalen Aufgaben der Gegenwart und Zukunft – dazu bekennen wir uns.«

Finde den Fehler. 

 

Dazu passt dieser Artikel im Postillon (Vorsicht, Satire! Aber nah an der Realität…)

 

Neues zur KSK

Letztes Jahr habe ich in einem ausführlichen Blog-Beitrag die Funktion der Künstlersozialkasse und den Künstlersozialbeitrag erläutert. Seitdem gab es eine Bundestagswahl mit einigem Getöse im Wahlkampf und nun – für mich überraschend schnell – einen Gesetzentwurf des zuständigen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, mit dem die Künstlersozialkasse „zukunftsfest“ werden soll.

Das Gesetz sieht vor, dass zukünftig intensiver geprüft wird, so dass sich weniger Abgabepflichtige ihrer gesetzlichen Pflicht entziehen können. Die Überprüfung soll mindestens alle vier Jahre durch die Rentenversicherung erfolgen, die auch bisher für die Kontrolle zuständig war, dies aber wegen des zusätzlichen Aufwands nur ungenügend machte. Die Folge davon waren sinkende Einnahmen, die Notwendigkeit eines höheren Zuschusses durch den Staat und große Unzufriedenheit bei den ehrlichen Zahlern, da deren Beitrag auf zuletzt 5,2 % des Nettorechnungsbetrags stieg.

Gleichzeitig bekäme bei Verabschiedung des Gesetzes auch die Künstlersozialkasse selbst das Recht, Überprüfungen durchzuführen. Ob dieses Nebeneinander in der Praxis funktioniert, darf bezweifelt werden und erfordert als erstes zusätzlichen bürokratischen Aufwand, damit zwischen Rentenversicherung und Künstlersozialkasse klar ist, wer denn nun wen wann prüfen darf/muss.

Die Regierung sieht das auch so und und erwartet Mehrkosten von 13,6 Mio €. Allerdings spricht sie von einem „Effizienzgewinn“ durch die Neuregelung und prognostiziert Mehreinnahmen von 32 Mio €.

Knapp 18 Mio € (32 minus 14) sollen dementsprechend also durch das neue Gesetz zusätzlich an die Künstlersozialkasse fließen (Das Magazin Monopol schreibt von 20 Mio € – ich rechne lieber mit den Zahlen der Bundesregierung). Das würde – wenn ich mich nicht verrechnet habe* – bei dem aktuellen Haushalt der KSK dazu führen, dass der Abgabesatz auf 4,8 % gesenkt werden kann. Der Haushalt der KSK für 2013 hat ein Volumen von 893 Mio €. Da bedeuten 20 Mio € Mehreinnahmen gerade mal 2,2 %! Meine Einschätzung: „Zukunftsfest“, wie die Regierung ihren Gesetzesentwurf nennt, ist das meiner Ansicht nach nicht. Zur Erinnerung: Noch 2013 lag der Abgabesatz bei 4,1 %.

Stellungnahmen der Kultur- und Kreativverbände zu dem Gesetzentwurf habe ich bislang mit einer Ausnahme nicht gefunden, lediglich eine knappe Pressemitteilung des „Deutschen Kulturrats“, die den Gesetzentwurf begrüßt. Was ich immer noch vermisse, ist eine eigene Berechnung der Experten, wie sich durch die Mehreinnahmen der Abgabesatz verändern würde. 

Den Text des Gesetzentwurfes können Sie hier als PDF nachlesen: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Gesetze/KSAStabG-2014.pdf

Mich beeindruckt/irritiert/schockiert dabei vor allem auf Seite 2 der Punkt C. Ganz in der Merkel’schen Diktion von der „alternativlosen Politik“ gibt es laut Bundesministerium zu diesem Gesetz (natürlich) keine Alternativen:

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* Wer besser rechnen kann, darf mich gerne korrigieren. Die Allianz deutscher Designer prognostiziert auf Anfrage den Satz auf 4,5 % – natürlich aufgrund der vorliegenden Zahlen, von denen die Realität vermutlich abweichen wird.

Dieser Text wurde leicht aktualisiert am 23. Juni 2014.

Design braucht Zeit.

Im Forum der Website www.photoshop-cafe.de fragte ein User:

„Ich brauche für meine neue und kleine Firma noch ein Logo und da mein Fähigkeiten begrenzt und meine Vorstellungskraft begrenzt sind wollte ich fragen ob Ihr einen Tipp hättet wie, wo, was man ein Logo günstig bekommen könnte. (…) [Das Budget] liegt bei maximal 100 Euro! Ich hätte gerne auch recht viele Vorschläge dazu, da ich überhaupt noch keine Vorstellung habe.“

Heike Herzog-Kuhnke, Designerin und eine der Administratorinnen des Forums, antwortete darauf sehr treffend und ausführlich. Ihr Statement (von mir leicht gekürzt):

„Ein Designer bekommt pro Stunde einen gewissen Stundensatz. Jetzt möchtest Du viele Entwürfe haben, weil Du keine konkrete Vorstellung hast. Viele Entwürfe kosten viel Zeit und ein Entwurf ist noch lange kein fertiges Logo. Das soll wiederum auf allem möglichen nutzbar sein, dass heißt auf dem Briefkopf, Rechnungen, Werbung, eventuell Plakaten, Flyern, Werbemitteln….
Natürlich soll es auch so sein, dass jeder Dich direkt wieder erkennt und mit dem Logo Dein Geschäft spontan in Verbindung bringt.

Jetzt überleg‘ mal: Wie viel Zeit wird hierfür wohl benötigt?
Was meinst du, wie lange das sogenannte Briefing (Du erzählst Deine Vorstellungen, zeigst, was Dir gefällt, wählst eine Schrift, eine Farbe oder mehrere….) wahrscheinlich dauern wird, weil Dich der Grafiker ja nicht kennt?
Was denkst Du, wie viele Entwürfe Du haben möchtest, die unterschiedlich sind?
Was meinst Du, wie lange Du brauchst und wie viele Entwürfe, bis Dir das finale Logo im Entwurf sympathisch ist?
Was denkst Du braucht es an Zeit diesen Endentwurf so zu erstellen, dass er für alles oben genannte sinnvoll nutzbar ist?

Schreib einfach mal geschätzte Stunden neben diese Fragen.
(…)
Korrekturen, Farb- und Schriftauswahl dauern durchaus eine Weile. Erwartest Du hier auch Vorschläge? Falls ja geht hier auch einiges an Zeit drauf, wenn Du keine konkrete Vorstellung hast.

Zähl jetzt mal die Stunden zusammen und teile Deine 100 € durch die Stunden.
Bist du über dem Mindestlohn?
(…)

Das schreibe ich nicht, weil ich sauer bin, sondern weil ich den Eindruck habe, dass oft gedacht wird, dass ein Logo von einem kreativen Menschen einfach aus dem Ärmel geschüttelt werden kann. Das ist aber genauso harte Arbeit wie die Reparatur eine Waschmaschine und manchmal härter, denn ein Logo soll ja passen und das Geschäft bestmöglich repräsentieren, wenn es mit Liebe, Herz und Verstand erstellt wird.

 

AGD-Jahrestagung in Dresden

Die Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) veranstaltet seit nunmehr 38 Jahren ihre „Jahrestagung“, bei der neben dem kollegialen Austausch untereinander eine Reihe von Vorträgen und Workshops Anregungen und Inspirationen für den Arbeitsalltag geben. Dieses Jahr fand diese Jahrestagung Mitte März und erstmalig in Dresden statt, und der Veranstaltungsort, die traditionsreichen Gebäude der „Deutschen Werkstätten Hellerau“, und das sonnige Wetter begeisterten die Teilnehmer.

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Die Jahrestagung stand unter dem etwas merkwürdigen Motto „Act up-to-byte“. Erst durch die Ergänzung „Geschäftsbeziehungen erfolgreich im Web 2.0 entwickeln“ wurde das etwas klarer.

Die Vorträge am ersten Tag beleuchteten ganz unterschiedliche Themen: Michael Rajiv Shah (@networkfindercc) sprach über gute und schlechte Profile bei Xing und hatte – sehr gut und praxisnah – sich gleich ein paar (gute) Beispiele von den anwesenden AGDlern rausgesucht. Marco W. Linke erklärte einiges zum Thema „Webinars“, Susanne Firmenich aus Hamburg(@hamburgerliebe) berichtete, wie aus ihrem Blog und viel Leidenschaft ein erfolgreiches neues Geschäftsmodell entstand. Denis Bartelt (@DenisBartelt) sprach über Crowdfunding und Thomas Dierberger über Projektmanagement für (virtuelle) Kooperationen – leider jedoch etwas zu werbend für sein eigenes Produkt.

(Nach so viel Wissenserwerb hätte ich mir zum Ausgleich eine spielerische, kreative Phase gewünscht.) An die Vorträge schlossen sich dann Workshops an, die teilweise auf den Vorträgen aufbauten, teilweise aber noch andere Themen beleuchteten. Parallel dazu gab es auch noch weitere Vorträge, und es fiel mir schwer, mich zwischen vielen interessanten Themen zu entscheiden.

Meine Workshop-Wahl für den Nachmittag war leider ein keine gute Wahl: Ich wollte mehr wissen zum Thema „Virtuelle Kooperationen“ – schließlich wird das eines der Themen in den kommenden Monaten und Jahren sein. Leider war auch der Workshop genau wie der Vortrag vorher eine Werbeveranstaltung, so dass ich dann noch Andreas Maxbauer (@andreasmaxbauer) und seinem Vortrag zu „Angemessener Vergütung für Designleistungen“ zuhören konnte.

Ganz anders der Workshop am darauf folgenden Vormittag: Georg Obermayr (@GeorgObermayr) ist Co-Autor eines Buches über „Agiles Publishing“. In seinem Workshop stellte er diesen Ansatz näher vor, der auf der „Scrum“-Methodik beruht, die gerade in der IT-Branche heutzutage oft angewendet wird. Nicht alle Teilaspekte leuchteten uns Designern ein, so dass sich eine sehr lebhafte Diskussion entwickelte, die am Ende wohl alle Beteiligten weiter brachte: Wir Designer haben eine neue Arbeitsweise kennen gelernt, die sicher nicht bei jedem Auftrag anwendbar ist, aber genügend Ideen beinhaltet, die Arbeitsabläufe für alle Projektbeteiligten zu optimieren. Und die Autoren des Buches bekamen so wertvolle Anregungen, wie das Konzept vielleicht noch weiter entwickelt werden muss. (Wer jetzt übrigens neugierig geworden ist: Matthias Günther, Co-Autor des Buches, kommt am 5. Juni zum nächsten, wie immer kostenlosen Treffen der InDesign User Group Hamburg und stellt das Konzept dort vor.)

Leider funktioniert klonen (noch) nicht, und so konnte ich die anderen, parallel stattfindenden Workshops und Vorträge zu ganz unterschiedlichen, aber nach Aussage der anderen AGDler nicht minder interessanten Themen nicht verfolgen. Es blieb durch eine Zeitplanverschiebung nur eine kleine Lücke für den Vortrag von Rechtsanwalt Fabian Haslob zu „Aktuellen rechtlichen Fragestellungen in sozialen Netzwerken“ – ein Thema, zu dem man vermutlich monatlich einen aktualisierten Vortragstext benötigt…

Mein Fazit: Alles in allem gute Vorträge und Workshops (mit ein paar Ausreißern), ein volles Notizbuch und sehr viele Anregungen. Dazu nette Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen (die sich eben als solche verstehen und nicht als Konkurrenz – aber das ist ein anderes Thema).

Bevor jetzt wieder irgendwelche Gerüchte entstehen: Das nachfolgende Bild stellt keine Wertung dar. Mich hat das Motiv einfach nur amüsiert.

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