Die DPD-Chroniken

19.11.2015

Das Paket mit den Faltblättern für einen Kunden von mir verlässt die Druckerei. Es ist genügend Zeit bis zu der Veranstaltung am 27.11., bei der die Faltblätter verteilt werden sollen. Der ausführende Paketdienst ist DPD und laut Eigenwerbung (grammatikalisch etwas schwammig) »your delivery experts«.

20.11.2015

Das Paket ist in Hamburg angekommen – und bleibt erst einmal fünf Tage liegen. Aus »Platzmangel«. Ein sich mir nicht erschließender Widerspruch.

25.11.2015

Das Paket befindet sich in der Auslieferung. Laut Tracking auf der DPD-Website kann das Paket allerdings um 15.59 Uhr nicht zugestellt werden. Beim Kunden gibt es einen Pförtner, so dass immer jemand anwesend ist. Es wird auch kein Benachrichtigungszettel hinterlassen.

Statt am folgenden Tag eine erneute Zustellung zu versuchen, soll das Paket zu einem Paketshop geliefert werden, damit der Kunde das dann dort selber abholt. Auch diese Zustellung klappt nicht, weil der Paketshop bereits geschlossen ist, als der Fahrer dort ankommt.

26.11.2015

Noch ein Tag bis zur Veranstaltung.

Es wird ein erneuter Zustellversuch vorgenommen, allerdings nicht bei meinem Kunden, sondern im Paketshop!

Als ich dies bemerke, schalte ich mich ein und kontaktiere DPD. Ich fordere statt dessen die Zustellung beim Kunden, was aber nicht möglich sei.

Ich finde es unzumutbar, dass mein Kunde das Paket mit den Drucksachen selber abholen soll, zumal ja die Leistung »Zustellung beim Kunden« beauftragt und bezahlt war. Außerdem hat mein Kunde ja keinen Abholschein, würde das Paket also gar nicht ausgehändigt bekommen.

Das Paket erreicht sein Ziel »Paketshop«.

Zur Lösung schlage ich vor, das Paket mit einem Kurier vom Paketshop zum knapp 3 km entfernten Kunden zu liefern. Kostet nicht viel, und DPD hätte einen beruhigten Kunden mehr – und ich auch. Auf diesen Vorschlag wird nicht eingegangen, aber ein erneuter Zustellversuch für den 27.11. versprochen.

27.11.

Die Angaben im Tracking sind leicht verwirrend, aber klar ist: Das Paket wurde nicht früh morgens im Paketshop abgeholt, sondern entweder 11.45 Uhr oder 15.10 Uhr. Schon zwei Minuten später steht fest, dass das Paket nicht zugestellt werden kann. Warum auch immer.

Die Veranstaltung meines Kunden ist gelaufen.

Mir wird für den Montag ein erneuter Zustellversuch versprochen.

30.11.2015

Ein »Sortierfehler im Paketzustellzentrum« und – Sie ahnen es – keine Zustellung. Aber das Versprechen, dass am folgenden Tag zugestellt wird.

01.12.2015

Statt eines Zustellversuchs erhalte ich – natürlich erst auf Nachfrage – die Aussage, dass »morgen das Paket zugestellt wird«.

Ich bitte um die Herausgabe der Kontaktdaten des Zuständigen im Vorstand. Wird abgelehnt, dafür aber angeboten, dass sich jemand vom örtlichen Depot bei mir meldet. Das lehne ich ab mit Verweis auf den erlebten Dilettantismus.

02.12.2015

Im Tracking lese ich von einer »Unstimmigkeit bei der Empfangsadresse«, die dafür verantwortlich sein soll, dass am 01.12. nicht zugestellt wurde. Auf Nachfrage, was an den ausführlichen Angaben (hier für diese Auflistung anonymisiert) »Institution, Name, Raum-Angabe, Straße, PLZ, Ort« unstimmig sei, wird sich mal wieder entschuldigt und »umgehende« Nachfrage »bei den Kollegen im Depot« versprochen.

»Wir melden uns bei Ihnen umgehend, sobald wir Neuigkeiten dazu haben.« Niemand meldet sich.

03.12.2015

Zustellung erfolgt. Endlich.

 

Leider scheint das kein Einzelfall zu sein; wenn auch nicht so krass wie in diesem Fall, hörte und las ich im persönlichen Umfeld aber auch in den Weiten des Web von sehr vielen negativen Erlebnissen mit DPD.*

Zum einen wünsche ich mir, dass DPD »umgehend« Kontakt zur Duden-Redaktion aufnimmt, um eine Änderung der Definition des Wortes »umgehend« zu erreichen.

Zum anderen wünsche ich mir, dass jemand mit etwas Kapital (vermutlich ist das für Crowdfunding dann doch eine Nummer zu groß) einen Paketdienst aufbaut, der seine Mitarbeiter gut auswählt und gut bezahlt – und vielleicht auch noch auf Zustellung mit Elektrofahrzeugen setzt. Ich wäre sicher nicht der einzige, der für besseren Service mehr bezahlen würde.

 

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Nicht vor der Arbeit, nicht in der Mittagspause, nicht nach der Arbeit und auch nicht am Samstag:
»Mein« DPD-Paketshop ist mit seinen Öffnungszeiten Mo-Fr 10-13 und 14-17.30 Uhr für »normal« arbeitende Menschen auch quasi nicht erreichbar.