Feuerwehreinsatz

So kann’s gehen: Anfang der Woche ruft eine Design- und Werbeagentur an, auf der Suche nach einem InDesign-Fachmann: Komplizierte Tabellen, die teilweise nur als Screenshot, teilweise in Word, teils auf englisch, vor allem aber auf portugiesisch (was ich nun gar nicht beherrsche) vorliegen, müssen schnellstens in eine ansehnliche Form gebracht werden für eine Broschüre. Kein Problem für mich mit den guten Möglichkeiten, die InDesign für Tabellensatz bietet. Ungläubige Rückfrage am Telefon: »Und das hast Du nicht mit Illustrator gemacht?« :-)

Und mein Zeitaufwand war geringer, als von Agenturseite gedacht.

Rufen auch Sie im Notfall die InDesign-Feuerwehr: 040/43193446. :-)

Da die Broschüre »strictly confidential« ist, kann ich hier leider keine Abbildungen präsentieren. Stattdessen das »Feuerwehr«-Lied der Band Radau:

 

Grüß Gott.

Die »Agentur des Rauhen Hauses Hamburg« wollte ihr Angebot an Gruß- und Glückwunschkarten modernisieren. Die Karten sind für Kirchengemeinden gedacht, die sie in Ihrer Gemeindearbeit einsetzen: zur Begrüßung neuer Gemeindemitglieder, zu freudigen, aber auch zu traurigen Anlässen. Vorgabe war, dass die Klapp-Karten nur einseitig bedruckt werden, also innen frei bleiben für persönliche Worte – und natürlich auch aus Kostengründen, da einseitiger Druck günstiger ist.

Bei meinem Vorschlag besteht der Titel aus drei Elementen: einem Foto, einem angedeuteten Kreuz und eventuell einem kurzen Text, der den Zweck der Karte beschreibt.

Das Foto soll immer von einem dünnen weißen Rahmen umgeben sein, somit eher an Kunstpostkarten erinnern und dadurch hochwertiger wirken. Das Motiv passt immer zum Spruch (auf dem Rücktitel), kann aber auch gedanklich „quer“ dazu liegen und zum Nachdenken oder Schmunzeln anregen. (Für die Entwürfe habe ich zunächst in günstigen Bilddatenbanken recherchiert, empfehle natürlich auch bei den Fotos letztendlich auf Qualität zu setzen.)

Durch das Kreuz wird der christliche Bezug hergestellt. Die Linien sind leicht transparent, um zu unterstreichen, dass Gott/die Kirche/die Gemeinde „in allem innewohnt“, also auch in dem Bildmotiv.

Die Rückseite enthält ein zum Anlass passendes Zitat o.ä., gesetzt in einer Farbe, die immer zum Foto der Titelseite passt. Die Schrift hat eine freundlich-optimistische Anmutung und ist mit 16 pt auch für ältere, nicht mehr gut Sehende, lesbar. Ich habe mich für die »Pluto« entschieden.

Leider ist aus dem Projekt nichts geworden. Die – aus meiner Sicht – gelungenen Entwürfe wollte ich Ihnen dennoch nicht vorenthalten.

Die Schweiz gehört zu Skandinavien

– zumindest, wenn man den Begleittext zur Ausstellung 100 Jahre Schweizer Grafik liest:

»Schweizer Grafik – ein Spitzenerzeugnis des Landes – ist überall anzutreffen. Ein eigentlicher Stil ist darin nicht auszumachen, eine bestimmte Haltung hingegen schon. Diese zeigt sich im augenfälligen Qualitätsbewusstsein der Arbeiten, im soliden Handwerk sowie in der Präzision und Reduktion auf das Wesentliche. Grafik aus der Schweiz spiegelt internationale Tendenzen ebenso wie lokale Eigenheiten. Ironie und Witz sind ihre Begleiter.«

Nicht besser könnte ich meinen Arbeitsstil beschreiben. Ob schweizerisch oder skandinavisch – letztendlich ist es nur ein Etikett, um klares, freundliches und mitdenkendes Grafikdesign in etwas kürzerer Form zu beschreiben.

Die Ausstellung öffnet am 9. Februar ihre Türen. Mehr Information finden Sie hier.

InDesign User Group Hamburg

Als im letzten Jahr der Wunsch an mich heran getragen wurde, eine »InDesign* User Group« in Hamburg zu gründen und regelmäßig kostenlose Veranstaltungen mit InDesign-Experten für InDesign-Benutzer zu organisieren, habe ich zunächst gezögert. Doch die Idee ließ mich nicht los, und zusammen mit vier Mitstreitern plane ich jetzt die erste Veranstaltung der »IDUG HH«:

Als ersten Partner konnten wir die Freie Schule für Gestaltung in Wilhelmsburg gewinnen, die mit ihrem Hausboot einen wunderbaren, maritimen Rahmen bietet für unsere Auftaktveranstaltung: Am 29. Februar 2012 ist der international renommierte InDesign-Experten Rufus Deuchler bei uns zu Gast und wird erläutern, wie Publikationen »Von InDesign aufs Tablet« gebracht werden. Darüber hinaus werden wir versuchen, möglich Probleme der Teilnehmer zu lösen. Und außerdem planen wir eine Verlosung, bei der es neben einem Software-Paket auch weitere Preise zu gewinnen geben wird.

Schon jetzt kann man sich zu der kostenlosen Veranstaltung anmelden:

http://www.indesignusergroup.com/chapters/hamburg/events/2019/

Auch bei Facebook gibt es eine Seite der neuen IDUG HH:

http://www.facebook.com/IDUGHH

 

* »InDesign« ist ein Software-Programm, das als zentraler Bestandteil meiner Arbeitswerkzeuge nahezu täglich von mir benutzt wird: Hier werden Texte, Bilder, Tabellen, Illustrationen usw. von mir zusammengefügt und in Form gebracht.

Homepage ungleich Website

Die beiden Begriffe Homepage und Website werden leider häufig gleichbedeutend benutzt, aber das sind sie nicht.

Die Startseite einer Website ist die Homepage.

Nur in dem seltenen Fall, dass eine Website nur aus einer Seite besteht, ist die Website deckungsgleich mit der Homepage.

Und dann gibt es ja auch noch die Webseite (englisch Webpage). Das ist irgendeine Seite innerhalb einer Website. Die Homepage ist also immer auch eine Webseite.

Alles klar!?

Herzenswerk

Mein Sohn (»schon fünfdreiviertel!«) und ich haben einen Adventskalender ganz einfach selber gebastelt: Zunächst haben wir zwei gleich große Bögen Fotokarton besorgt. Auf den einen habe ich mit Bleistift ein Haus skizziert mit 24 Fenstern. Damit die Fenster gleich groß werden und es nicht zu lange dauert (»wann kann ich endlich malen?«), habe ich eine »4×6«-Lego-Platte (Die Kenner wissen, was ich meine) zu Hilfe genommen. Anschließend wurde nach Lust und Laune getuscht.

Danach wurde der zweite Bogen Fotokarton unter den ersten gelegt und die Fenster wurden an jeweils drei Seiten mit dem Cutter ausgestanzt. Die Konturen zeichnen sich dann auf dem unteren Fotokarton ab, so dass man weiß, wo nun die Bilder hingeklebt werden müssen, damit sie beim Öffnen der Türen zu sehen sind. Fotos auswählen, Größe anpassen, aufkleben und beide Bögen Fotokarton verkleben. Dass mein Sohn bis 24 zählen und schreiben kann, stellte ich dann beim abschließenden Nummerieren der Fenster fest. Fertig!

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit!

(Was die schwarze Linie bedeuten soll, konnte ich dem Künstler noch nicht entlocken.)

Elbtunnel zum Anfeuchten

Nachdem meine geliebten »Loriot«-Briefmarken so langsam zu Ende gehen, freue ich mich, dass die Post ein Motiv mit Hamburg-Bezug auf den Markt gebracht hat: Die 55-Cent-Briefmarke zum Jubiläum des Elbtunnel-Baus gefällt mir außerordentlich gut. Dafür opfere ich gerne etwas meiner Spucke, denn die Marke ist nicht selbstklebend. Gestaltet hat sie Peter Kohl, Designer aus Hamburg. Danke für das schöne Motiv, Herr Kollege!

Kreativer Input

Die »Allianz deutscher Designer« ist der größte europäische Berufsverband für selbstständige Designer. Auch ich gehöre dazu, denn es ist mir wichtig, den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu suchen, so auf neue Ideen und Ansätze für die eigene Arbeit zu kommen und jüngere Designer beim Start in den Beruf zu unterstützen. Darum bin ich auch seit Anfang 2011 Regionalsprecher der AGD* und organisiere zusammen mit meiner Co-Sprecherin Vorträge, Seminare und versuche zu die Designwelt hinaus zu netzwerken.

Ende September fand im thüringischen Mühlhausen die »Jahrestagung« der AGD statt. Ein Highlight. Über 150 Designerinnen und Designer kamen zusammen, erlebten spannende und inspirierende Vorträge, quatschten, feierten und wanderten sogar zusammen. Hervorheben möchte ich drei Erlebnisse, die mich besonders beeindruckten:

Thomas Hoyer ist Kalligraph und zeigte uns die breite Palette seiner Arbeit. Es geht nicht darum, irgendwelche chinesischen Schriftzeichen zu malen – was viele immer noch mit »Kalligraphie« verbinden –, sondern um die vielfältigen Möglichkeiten, mit der Hand zu schreiben. Darum freut es mich besonders, dass Thomas Hoyer im November in Hamburg ist und in einem Tagesseminar vermittelt, welche Möglichkeiten in der eigenen Handschrift stecken. Auch Nicht-Designer und Nicht-AGDler dürfen (und sollten) sich für den 26. November anmelden, ich kann das Seminar (Link) sehr empfehlen!

Michael Zimmer ist Regionalsprecher aus Saarbrücken und präsentierte uns seine Kampagne, mit der die Saarländer überzeugt werden sollen, zur Blutspende zu gehen. Auch wenn ich nicht im Saarland wohne, hat mich der Vortrag vollends begeistert und Hamburg hat seitdem einen neuen Blutspender. (Ich habe leider keinen Link zu der Kampagne gefunden. Gehen Sie einfach hier hin und spenden Sie Blut.)

Die Poschauko-Zwillinge Martin und Thomas haben eine faszinierende Diplom-Arbeit abgeliefert, die gleich als Buch veröffentlicht wurde: Darin zeigen Sie, wie sie ausgehend von einem einfachen Bild und den Buchstaben »Nea Machina« unendlich viele Variationen kreieren im Zusammenspiel von Kopf, Bauch, Hand und Computer. Sie zeigen, wie Kreativität funktioniert, und machen Lust, gleich loszulegen. Ein Tipp für den Gabentisch! (Link)

Darüber hinaus gab es noch viele weitere tolle Begegnungen mit Designern aus ganz Deutschland (und auch aus der Schweiz). Nächstes Jahr bin ich wieder dabei (und voraussichtlich als DJ im Einsatz), und ich kann nur jedem empfehlen, sich das letzte September-Wochenende freizuhalten! Auch Nicht-AGDler sind willkommen.

 

* Die Abkürzung für die »Allianz deutscher Designer« lautet AGD.

CI vs. CD

Oftmals höre ich bei Vorträgen, Seminaren oder Workshops vor allem von Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten, einen ärgerlichen Fehler: Immer wieder wird da von »CI« geredet, wenn doch eigentlich »CD« gemeint ist. Ich kläre auf:

Die Coporate Identity (=»CI«) eines Unternehmens beschreibt dessen Werte, Ziele und Selbstverständnis – oftmals schriftlich fixiert, z.B. in einem »Leitbild«.

Das Corporate Design (=»CD«) ist ein Teilbereich der CI und beinhaltet das Erscheinungsbild des Unternehmens. Also Logo, Schrift, Werbemittel, Geschäftsausstattung, Website, gegebenenfalls Verpackungen etc., die alle aufeinander abgestimmt sind und so der Identität des Unternehmens, der CI, ein Gesicht geben.

(Im angelsächsischen Bereich sieht das etwas anders aus, aber da sind wir ja nicht…)