Bundesministerin Zypries auf dem „Wirtschaftspolitischen Dialog Design“ im BMWi © BMWi/Susanne Eriksson

In Deutschland gibt es eine Reihe von Wettbewerben für Design und Designer, die bekanntesten Auszeichnungen sind vermutlich der Red Dot Design Award, der iF Design Award und der German Design Award. Vorrangiges Ziel dieser drei und auch anderer Wettbewerbe scheint zu sein, Geld zu verdienen: Da sind zum einen die Teilnahmegebühren, die für viele Designer (die finanzielle Situation der Branche habe ich hier skizziert) zu hoch sind. Zum anderen werden weitere Gebühren fällig, sobald man ausgezeichnet wird und diese Auszeichnung auch noch für eigene Promotion nutzen will.

Dementsprechend scheint es so, dass – für höhere Einnahmen – auch mehr Auszeichnungen vergeben werden, und dass nicht unbedingt die besten Arbeiten, sondern die von denjenigen, die es sich leisten können, prämiert werden. Natürlich findet sich dort auch herausragendes Design, so dass eine Sichtung der Siegerbeiträge sinnvoll ist. Die Auszeichnung an sich beeindruckt mich aber zunächst einmal nicht.

Mit dieser Kritik bin ich nicht allein; beispielsweise hat sich damit Achim Schaffrina in seinem designtagebuch beschäftigt.

Kurz vor der Bundestagswahl gibt es nun Erfreuliches zu berichten. Im Bundeswirtschaftsministerium (und genau da gehört es hin!) fand ein »Wirtschaftspolitischer Dialog Design« (Link) statt, bei dem Vertreter der Designbranche mit Bundesministerin Zypries unter anderem über einen Bundesdesignpreis sprachen, der anders als die oben genannten Preise keine wirtschaftlichen Interessen verfolgt.

Ein Vorbild könnte dabei der »Deutsche Computerspiel-Preis« sein – die Gaming-Branche ist finanzstärker und besser organisiert, so dass hier geklappt hat, was in der Designbranche (noch) fehlt.

 

Auch erfreulich ist ein weiterer Punkt in der Pressemitteilung*. Brigitte Zypries wird dort zitiert:

„Design ist für ein exportorientiertes Land wie Deutschland von großer wirtschaftlicher Bedeutung: Es treibt Innovationen voran und überwindet dabei Branchengrenzen. In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung sind es häufig auch die Ideen von Designern, die Produkte und Dienstleistungen besonders wettbewerbsfähig machen.”

Das erinnert an die schwedische Regierung, die 2005 ein »Designjahr« ausgerufen hatte, um die Bedeutung von Design in allen Lebenslagen zu verdeutlichen, und 2016 ein mit ca. 3 Millionen Euro ausgestattetes Programm startete, um schwedisches Design im Ausland bekannter zu machen. Mehr dazu steht hier in meinem Blog.

Alles in allem also ein sehr positives Signal, dass seitens der Politik die Wertschätzung für Design langsam aber sicher zunimmt.

 


* Schade, dass in der Pressmitteilung des Ministeriums (und in der Bildunterschrift) nicht aufgeführt wird, wer außer der Ministerin am »Wirtschaftspolitischen Dialog Design« teilgenommen hat.