Zen oder die Kunst der Präsentation

Garr Reynolds ist weitgereister Autor, Berater, Designer und natürlich Referent, der mit seinen Büchern und seinem Blog unter www.presentationzen.com ein Millionenpublikum erreicht auf seiner Mission, die Welt von schlechten Präsentationen zu befreien. Gut so!

Reynolds Buch »Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren« (Verlagslink) gibt dabei wertvolle Anregungen. Die Verbesserung der Folien ist dabei nur ein Teilaspekt. Genauso wichtig sind die Vorbereitung der Präsentation und der Vortrag selbst. Einige seiner richtigen Empfehlungen:

– Verzichten Sie bei der Vorbereitung auf den Computer und arbeiten Sie zunächst „analog“

– Versuchen Sie, eine Geschichte zu erzählen

– Beschränken Sie sich auf das Wesentliche, auf Ihre Kernaussage

– Jede Präsentation braucht einen roten Faden

– Bauen Sie eine „Verbindung“ zu den Zuhörern auf durch persönliche Geschichten und/oder Humor

Reynolds zieht immer wieder Verbindungen zur Zen-Lehre, ohne dabei aber zu spirituell oder philosophisch zu werden. So überzeugen seiner Meinung nach gute Präsentationen mit einer Einfachheit, die sich auch bei Zen-Gärten finden lässt: »…ohne Verzierungen, ein paar sorgfältig (…) platzierte Felsbrocken, geharkter Kies. Schön. Einfach.« (Seite 122) Bei dem »einfach« stimme ich Reynolds voll und ganz zu, aber »schön« ist geharkter Kies für mich eher nicht. Das auf der selben Seite abgedruckte Bild eines solchen Gartens wirkt auf mich eher trostlos…

Ein gutes Buch, das immer praktisch bleibt, und dessen Rat- und Vorschläge ich zukünftig (noch mehr) zu beherzigen versuchen werde. Allerdings denke ich, dass man den Inhalt auch kompakter hätte vermitteln können und Reynolds sich ab und an wiederholt. Vielleicht steckt dahinter der Ansatz, dass Wiederholungen helfen, das Gelesene auch zu behalten.

Garr Reynolds empfiehlt unter anderem auch, in Präsentationen mit Zitaten zu arbeiten. Dementsprechend beende ich diese Rezension mit meinen Lieblingszitat aus dem Buch:

»Sollten Sie damit liebäugeln, ein Bild zweier sich schüttelnder Hände vor einer Erdkugel zu verwenden, legen Sie Ihren Bleistift nieder, treten Sie vom Schreibtisch zurück und denken Sie darüber nach, Urlaub zu machen oder sich mit Aromatherapie zu beschäftigen.«
(Nancy Duarte, Seite 106)

Garr Reynolds: »Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren«, 312 Seiten, 2. Auflage, 2013, dpunkt.verlag GmbH, ISBN 3864901170.

Hinweis: Ich erhielt das Buch kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt.