AGD-Jahrestagung in Dresden

Die Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) veranstaltet seit nunmehr 38 Jahren ihre "Jahrestagung", bei der neben dem kollegialen Austausch untereinander eine Reihe von Vorträgen und Workshops Anregungen und Inspirationen für den Arbeitsalltag geben. Dieses Jahr fand diese Jahrestagung Mitte März und erstmalig in Dresden statt, und der Veranstaltungsort, die traditionsreichen Gebäude der "Deutschen Werkstätten Hellerau", und das sonnige Wetter begeisterten die Teilnehmer.

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Die Jahrestagung stand unter dem etwas merkwürdigen Motto "Act up-to-byte". Erst durch die Ergänzung "Geschäftsbeziehungen erfolgreich im Web 2.0 entwickeln" wurde das etwas klarer.

Die Vorträge am ersten Tag beleuchteten ganz unterschiedliche Themen: Michael Rajiv Shah (@networkfindercc) sprach über gute und schlechte Profile bei Xing und hatte – sehr gut und praxisnah – sich gleich ein paar (gute) Beispiele von den anwesenden AGDlern rausgesucht. Marco W. Linke erklärte einiges zum Thema "Webinars", Susanne Firmenich aus Hamburg(@hamburgerliebe) berichtete, wie aus ihrem Blog und viel Leidenschaft ein erfolgreiches neues Geschäftsmodell entstand. Denis Bartelt (@DenisBartelt) sprach über Crowdfunding und Thomas Dierberger über Projektmanagement für (virtuelle) Kooperationen – leider jedoch etwas zu werbend für sein eigenes Produkt.

(Nach so viel Wissenserwerb hätte ich mir zum Ausgleich eine spielerische, kreative Phase gewünscht.) An die Vorträge schlossen sich dann Workshops an, die teilweise auf den Vorträgen aufbauten, teilweise aber noch andere Themen beleuchteten. Parallel dazu gab es auch noch weitere Vorträge, und es fiel mir schwer, mich zwischen vielen interessanten Themen zu entscheiden.

Meine Workshop-Wahl für den Nachmittag war leider ein keine gute Wahl: Ich wollte mehr wissen zum Thema "Virtuelle Kooperationen" – schließlich wird das eines der Themen in den kommenden Monaten und Jahren sein. Leider war auch der Workshop genau wie der Vortrag vorher eine Werbeveranstaltung, so dass ich dann noch Andreas Maxbauer (@andreasmaxbauer) und seinem Vortrag zu "Angemessener Vergütung für Designleistungen" zuhören konnte.

Ganz anders der Workshop am darauf folgenden Vormittag: Georg Obermayr (@GeorgObermayr) ist Co-Autor eines Buches über "Agiles Publishing". In seinem Workshop stellte er diesen Ansatz näher vor, der auf der "Scrum"-Methodik beruht, die gerade in der IT-Branche heutzutage oft angewendet wird. Nicht alle Teilaspekte leuchteten uns Designern ein, so dass sich eine sehr lebhafte Diskussion entwickelte, die am Ende wohl alle Beteiligten weiter brachte: Wir Designer haben eine neue Arbeitsweise kennen gelernt, die sicher nicht bei jedem Auftrag anwendbar ist, aber genügend Ideen beinhaltet, die Arbeitsabläufe für alle Projektbeteiligten zu optimieren. Und die Autoren des Buches bekamen so wertvolle Anregungen, wie das Konzept vielleicht noch weiter entwickelt werden muss. (Wer jetzt übrigens neugierig geworden ist: Matthias Günther, Co-Autor des Buches, kommt am 5. Juni zum nächsten, wie immer kostenlosen Treffen der InDesign User Group Hamburg und stellt das Konzept dort vor.)

Leider funktioniert klonen (noch) nicht, und so konnte ich die anderen, parallel stattfindenden Workshops und Vorträge zu ganz unterschiedlichen, aber nach Aussage der anderen AGDler nicht minder interessanten Themen nicht verfolgen. Es blieb durch eine Zeitplanverschiebung nur eine kleine Lücke für den Vortrag von Rechtsanwalt Fabian Haslob zu "Aktuellen rechtlichen Fragestellungen in sozialen Netzwerken" – ein Thema, zu dem man vermutlich monatlich einen aktualisierten Vortragstext benötigt…

Mein Fazit: Alles in allem gute Vorträge und Workshops (mit ein paar Ausreißern), ein volles Notizbuch und sehr viele Anregungen. Dazu nette Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen (die sich eben als solche verstehen und nicht als Konkurrenz – aber das ist ein anderes Thema).

Bevor jetzt wieder irgendwelche Gerüchte entstehen: Das nachfolgende Bild stellt keine Wertung dar. Mich hat das Motiv einfach nur amüsiert.

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