InDesign-Tipp: nicht geschlossene Kontur

Magazin-Designer:innen entwickeln manchmal Design-Ideen, die nicht so leicht in ein InDesign-Template umgesetzt werden können, wenn es automatisiert befüllt werden soll. Zuletzt bekam ich diese Herausforderung auf den Tisch:

  • ein Textrahmen
  • automatisch angepasste Höhe je nach Textmenge
  • ein- oder mehrspaltig mit festgelegten Rahmenbreiten
  • Textrahmen kann unterschiedliche Absatzformate enthalten
  • kann auf einem Bild platziert sein, so dass Lösungen mit farbiger Kontur oder Fläche wegfallen
  • auch verankerte Objekte dürfen aus technischen (Workflow-) Gründen nicht genutzt werden

Schwierig. Aber nach einigem Gedanken-Ping-Pong™ mit Heike Burch und Birgit Stolte habe ich am Ende eine Lösung gefunden, wie das mit Bordmitteln in InDesign umgesetzt werden kann.

Kurz und gut: Der Rahmen bekommt eine »normale« Kontur (und keinen extra entwickelten Konturenstil), und auf diese Kontur wird der Effekt »Weiche Verlaufskante« mit dem Winkel 0° angewendet – allerdings nicht mir einem »weichen«, sondern maximal »harten« (?) Verlauf. So sieht das in der Palette innerhalb des Objektformats aus:

Man erkennt es nicht gleich, aber es gibt dort insgesamt vier Verlaufspunkte: Auf exakt dem selben Prozentwert (zum Beispiel 8 %) liegt einmal einer in Schwarz mit 100 % Deckung und zusätzlich einer mit 0 % Deckung. Dadurch ergibt sich eine scharfe Kante statt eines Verlaufs. Genauso setzen wir das auf der rechten Seite ein bei 92 %.

Nachteil: Für jede Rahmenbreite muss ein eigenes Objektformat angelegt werden, da die Positionen, an denen die sichtbare Kontur endet, ja prozentual zur Rahmenbreite angegeben wird.

Vorteile gegenüber eine Ansätzen, die mit Absatzrahmen und -linien und Konturstilen arbeiten: Es müssen nicht extra Absatzformate angelegt werden für alle Eventualitäten und Spaltenanzahlen – und da können in unserem Anwendungsfall einige zusammen kommen, was die Arbeit für die Layouter:innen nicht einfacher machen würde. Aber genau das ist ja das Ziel bei der Template-Produktion zusammen mit Heike Burch: Templates zu entwickeln, die die Layout-Arbeit erleichtern, beschleunigen und somit effektiver machen.

Richtig begeistert war ich, dass mein Posting zu diesem Lösungsansatz bei Facebook und LinkedIn einige Kolleg:innen angeregt hat, selber nach Lösungen zu suchen! Es gab ganz unterschiedliche Ansätze; allerdings hatte ich dort nicht alle Einschränkungen genannt, die in meinem konkreten Fall den einen oder anderen Ansatz unmöglich machen.